Klavierpflege

 

Möchten Sie den Klang und die mechanischen Spieleigenschaften Ihres Instrumentes über viele Jahre und Jahrzehnte erhalten? Das können Sie durchaus, wenn die richtigen Vorkehrungen getroffen werden.

Pflege
Am wohlsten fühlt sich Ihr Piano bei einer Raumtemperatur um 18-20°C mit einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 70 %. Die Anschaffung eines Luftbefeuchters zu diesem Zweck ist völlig überflüssig, zu teuer und zu arbeitsintensiv. Gratistipp: einen Wasserbehälter in den Innen-Sockelteil des Klaviers stellen (dazu untere Front entfernen - oft zu öffnen/schliessen per Schnappverschluss oder Riegel). Dazu schneide ich in eine 1 1/2l PET-Flache (eine PET-Flasche rasselt nicht, wenn sie z.B. die Gussplatte berührt) mit einem kleinen Taschenmesser oben eine ca. 3-4 cm grosse Öffnung (je nach Antiquität des Instruments etwas grösseres Loch, je älter umso feuchter halten - Klavier im Sockelteil aber bitte immer sauber halten!). Dann fülle ich diese Flasche mit einem Liter Wasser (nicht ganz voll also, damit das Wasser beim Verstellen des Klaviers nicht kippt). Den Wasserstand kontrolliere ich das ganze Jahr über ca. 2-3 Male. Die Klaviaturklappe sollte zu diesem Zweck immer geöffnet bleiben, damit das Klavier atmen kann und sich im Instrument kein Feuchtigkeitsstau bildet. Vor dem Zügeln (Umzug) bitte Wasser entleeren! Der Resonanzboden und die Filze werden es Ihnen danken. Auch Mechanik-Schrauben werden so nicht so schnell locker. Ausserdem hält das Instrument seine Stimmung länger! Teure Systeme, wie einen Feuchtigkeitsstab, Feuchtigkeits-Chaser, einbauen, lehne ich ab (ich nenne bewusst keine Markennamen). Bei Flügeln ist es ratsam im Winter eine Schale mit Wasser unter das Instrument zu stellen, da Flügel sonst sehr schnell Resonanzbodenrisse aufweisen können!

Die Oberfläche – ob poliert oder mattiert – sollten Sie nur mit einem weichen, trockenen Tuch reinigen. Möbelpflegemittel schaden mehr als sie nutzen. Für die Tasten eignet sich am besten ein auf der einen Seite warm angefeuchtetes Geschirrtuch mit Flüssigseife. Nach kurzem Anfeuchten und Abreiben müssen die Tasten mit dem trockenen Ende des Tuches wieder ganz getrocknet werden  – es sollte beim Reinigen keine Feuchtigkeit zwischen die Tasten dringen, das könnte die Klaviatur beeinträchtigen. Reinigungsmittel, aber auch Handkosmetika und besonders Nikotin schaden den Kunststoff- und Elfenbeintasten!

Standort
Als wichtigste Regel gilt: Je geringer die Unterschiede der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, desto besser für den Resonanzboden, die Filze und die Stimmhaltung des Instrumentes.

Stellen Sie das Klavier oder den Flügel also am besten an eine Innenwand des Hauses – den Flügel natürlich mit der geraden Seite zur Wand, damit er sich zum Raum hin öffnen lässt – und möglichst weit entfernt von Heizkörpern, Fenstern und Aussentüren. Auch sollte das Instrument nicht der Zugluft ausgesetzt sein. Direktes Sonnenlicht kann die Oberfläche des Instruments verändern und ist – auch aus Gründen der Aufwärmung – zu vermeiden! Wenn ein Klavier an einer Aussenwand steht, sollten ca. 8-10 cm Zwischenraum zwischen dem Klavier und der Wand belassen werden

Wenn der Raum eine Fussbodenheizung aufweist, ist guter Rat nicht teuer, aber nötig. Bitte sprechen Sie in diesem Fall mit unserem Klaviertechniker! (Wasser im Klavier in der Heizperiode hilft enorm!)

Denken Sie auch daran, dass schwere Polstermöbel und dicke Vorhänge ausgesprochene Schallschlucker sind! Dies kann erwünscht sein, oder auch nicht. In jedem Fall aber trägt der Raum mindestens ebensoviel zum Klangbild bei wie das Instrument selbst.

Die Klavierstimmung ist die wichtigste Pflege Ihres Instrumentes!
Ein Klavier/Flügel sollte mindestens einmal im Jahr gestimmt werden – auch wenn es nicht mehr oder nur selten gespielt wird. Warum? Das Raumklima verändert sich ständig und folglich auch die Spannungsverhältnisse in Ihrem Instrument (18 Tonnen Zug auf dem Rahmen!), das zu ca. 80% aus Holz besteht – und Holz arbeitet, dadurch verstimmt sich ein Klavier/Flügel. Aus diesem Grund empfehlen wir, Ihr Instrument sogar zweimal jährlich stimmen zu lassen.

Ihr Instrument wird Ihnen die gute Behandlung mit lebenslanger Freude danken.