Die Bibel nach Schlachter 2000

Das Alte Testament

Einführung in die Zeitgeschichte

und einzelne Bücher der Bibel




Karl-Heinz Vanheiden teilt die Geschichte ab Adam so ein:

1. Von Adam bis Abram 1 - 2087 nach Adam

2. Von Abraham bis Mose 2080 - 1406 v.Chr.

3. Von Josua bis Salomo 1406 - 931 v.Chr.

4. Von Rehabeam bis zur Gefangenschaft 931 - 539 v.Chr.

5. Von Serubbabel bis Nehemia 538 - 430 v.Chr.

6. Von Maleachi bis Zacharias 430 - 7 v.Chr.

7. Von Christus bis zur Offenbarung 7 v. - 100 n.Chr.

8. Die Geschichte der Bibel 100 - 2000 n.Chr.

Die fünf Bücher Mose (»Das Gesetz«)*

·        Das erste Buch Mose (Genesis)

·        Das zweite Buch Mose (Exodus)

·        Das dritte Buch Mose (Leviticus)

·        Das vierte Buch Mose (Numeri)

·        Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium)

Geschichtsbücher*

·        Das Buch Josua

·        Das Buch der Richter

·        Das Buch Ruth

·        Das erste Buch Samuel

·        Das zweite Buch Samuel

·        Das erste Buch der Könige

·        Das zweite Buch der Könige

·        Das erste Buch der Chronik *

·        Das zweite Buch der Chronik

·        Das Buch Esra

·        Das Buch Nehemia

·        Das Buch Esther

Dichterische Bücher*

·        Das Buch Hiob

·        Die Psalmen

·        Die Sprüche

·        Der Prediger

·        Das Hohelied

Prophetische Bücher

Grosse Propheten*

·        Das Buch des Propheten Jesaja

·        Das Buch des Propheten Jeremia

·        Die Klagelieder Jeremias

·        Das Buch des Propheten Hesekiel (Ezechiel)

·        Das Buch des Propheten Daniel

Kleine Propheten*

·        Das Buch des Propheten Hosea

·        Das Buch des Propheten Joel

·        Das Buch des Propheten Amos

·        Das Buch des Propheten Obadja

·        Das Buch des Propheten Jona

·        Das Buch des Propheten Micha

·        Das Buch des Propheten Nahum

·        Das Buch des Propheten Habakuk

·        Das Buch des Propheten Zephanja

·        Das Buch des Propheten Haggai

·        Das Buch des Propheten Sacharja

·         Das Buch des Propheten Maleachi

·         Spätschriften des Alten Testaments (Apokryphen)

·         * bedeutet Bibelkunde AT/NT von Bibelwissenschaft.de (die bibelkritische Schau)

 

Das erste Buch Mose (Genesis)

Einführung

Das erste Buch der Bibel wurde, wie auch die anderen vier Bücher des »Pentateuch« (gr. »Fünfbuch«), von Mose, dem großen Propheten Gottes, auf Anweisung des Herrnniedergeschrieben (vgl. u.a. 2Mo 17,14; 5Mo 31,24-26; 1Kö 2,3; Joh 5,46-47) und ist etwa 1500 v. Chr. entstanden. Die Juden nennen das erste Buch Mose nach seinem ersten Wort: »Bereschith« (»Im Anfang«); die griechischen Übersetzer des AT nannten es »Genesis« (»Ursprung / Entstehung«). Es ist ein von Gottes Geist inspirierter Bericht über die Erschaffung der Welt und die Anfänge der Menschheitsgeschichte; es offenbart uns den Ursprung der Schöpfung und des Menschen, den Sündenfall und das gnädige Rettungshandeln Gottes. Kap. 1-11 behandeln die Geschichte der Menschheit von Adam bis Abraham, Kap. 12-50 die Berufung Abrahams und Gottes Verheißung an ihn sowie den Weg Isaaks und Jakobs bis zum Aufenthalt der Israeliten in Ägypten. Kein Buch des AT ist für das Verständnis der ganzen Heiligen Schrift so grundlegend wichtig wie dieses »Buch des Anfangs«; es ist ein unantastbarer Grundstein des Glaubens, eine wunderbare Selbstoffenbarung des lebendigen Gottes.

Das zweite Buch Mose (Exodus)

Einführung

Das zweite Buch Mose knüpft an die am Ende von 1. Mose berichtete Geschichte der Söhne Israels an und zeigt, wie das Volk der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft errettet wird und zum besonderen Bundesvolk Gottes berufen wird. Es entstand wie 1. Mose etwa 1500 v. Chr. Der jüdische Name für dieses Buch besteht aus seinen ersten Worten: »We elleh schemoth« (»Und dies sind die Namen«). Die alten griechischen Übersetzer des AT nannten es »Exodus« (»Auszug«). Es schildert uns, wie Gott das versklavte Volk Israel unter mächtigen Zeichen und Wundern aus Ägypten herausführt, damit es in seinem Dienst stehen soll: »Laß mein Volk ziehen, daß sie mir dienen!« (4,23) könnte man als einen Leitvers dieses Buches bezeichnen. Kap. 1-15 handeln von der Errettung Israels durch Gott, Kap. 16-24 vom Zug durch die Wüste und der Gesetzgebung und Bundesschließung am Berg Sinai, und Kap. 25-40 von der Einrichtung der Stiftshütte, des Heiligtums, in dem die Israeliten dem Herrn dienen sollten. Der Auszug aus Ägypten, Mose, der Führer des Gottesvolkes, das Passahfest, das Passahlamm, die Stiftshütte, der Priesterdienst und vieles andere werden im NT als Vorbilder gedeutet: sie weisen schattenbildlich vor allem auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk hin (vgl. u.a. Hebräerbrief; 1Kor 10,1-11; 5,6-8).

Das dritte Buch Mose (Leviticus)

Einführung

Das dritte Buch Mose enthält im Anschluß an das Ende von 2. Mose die von Gott geoffenbarten Ausführungsbestimmungen für den heiligen Priester- und Opferdienst, den das Volk Israel durch die Leviten und besonders das aaronitische Priestertum dem Herrn darbringen sollte. Mose schrieb diese göttlichen Anordnungen offensichtlich sehr bald nach dem 2. Buch Mose nieder (ca. 1500 v.Chr.). In Anlehnung an die griechische Übersetzung wird das Buch auch »Leviticus« genannt; die Juden nennen es nach den ersten drei Worten »Wajjikra« (»Und er rief«). In Kap. 1-7 finden sich Bestimmungen über die Opfer; Kap. 8-10 berichten von der Einsetzung des Priestertums und dem ersten Versagen zweier Söhne Aarons; Kap. 11-15 enthalten hauptsächlich Bestimmungen zur Heiligung des Volkes und zur Vermeidung von Verunreinigung; Kap. 16-27 verschiedene Gebote gegen Unzucht und Götzendienst sowie die Ordnung der großen Feste des Herrn. Im Licht des NT (vgl. Hebräerbrief) deuten all die verschiedenen levitischen Opfer auf verschiedene Seiten des vollkommenen Sühnopfers Jesu Christi hin, der selbst das »makellose Lamm« ist (1Pt 1,19), das vorbildhaft für viele alttestamentlichen Opfer gefordert wurde. Die Ordnungen des levitischen Priesterdienstes sind Vorbilder für das »heilige Priestertum« der neutestamentlichen Gläubigen (1Pt 2,5).

Das vierte Buch Mose (Numeri)

Einführung

Das vierte Buch Mose beschreibt die Wanderungen des Volkes Israel vom Berg der Gesetzgebung durch die Wüste bis zu den Grenzen des verheißenen Landes Kanaan. Dieses Buch wurde von Mose etwa 1500 v.Chr. in zeitlicher Nähe zum 5. Buch Mose verfaßt. Sein hebräischer Titel lautet »Bemidbar« (»In der Wüste«), der lateinische »Numeri« (»Zahlen«) nach der in Kap. 1 berichteten Volkszählung. In Kap. 1-10 werden die Vorbereitungen für den Aufbruch vom Sinai und verschiedene Verordnungen für den Priesterdienst festgehalten. Kap. 11-25 berichten von dem immer schwerwiegenderen Versagen und der Auflehnung des Volkes gegen Mose und Gott auf der Wüstenreise, das mit Murren begann und in der Weigerung, das verheißene Land einzunehmen, gipfelte. Daraufhin führte der Herr das Volk 40 Jahre durch die Wüste, bis alle widerspenstigen und ungläubigen Israeliten gestorben waren. Kap. 26-36 berichten von den Vorbereitungen für die neue Generation von Israeliten, die das Land bekommen sollten. Daß das Versagen des Volkes Gottes in der Wüste eine vorbildhafte Lektion für die neutestamentlichen Gläubigen enthält, darauf weist 1Kor 10,6.11 ausdrücklich hin (vgl. auch Hebr 3,7-19).

Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium)

Einführung

Das fünfte Buch Mose führt den Bericht von 4. Mose fort und enthält die abschließenden Ermahnungen, Gebote und prophetischen Warnungen, die Gott seinem Volk durch Mose gab, bevor sie das verheißene Land einnehmen sollten. Der griechisch-lateinische Name »Deuteronomium« (bed. »Die zweite Verkündigung des Gesetzes«) bezieht sich auf die Wiederholung der 10 Gebote vom Sinai vor der neuen Generation von Israeliten; der hebräische Name lautet nach den Anfangsworten »Elleh hadebarim« (»Dies sind die Worte«). In Kap. 1-3 gibt Mose einen Rückblick auf den Weg des Volkes durch die Wüste; in Kap. 4-26 finden sich eine Wiederholung der 10 Gebote, zusätzliche Bestimmungen über das Leben des heiligen Gottesvolkes im verheißenen Land und dazwischen immer wieder eindringliche Ermahnungen, das ganze Wort Gottes zu halten und dem Herrn in Liebe und Gehorsam zu dienen (vgl. das berühmte »Höre Israel« in 6,4-9). In Kap. 27-34 finden sich die Abschlußbotschaften Gottes durch Mose an sein Volk, die Ankündigung von Segen für den Gehorsam und Fluch für den Ungehorsam, der feierliche Bundesschluß mit der neuen Generation, das prophetische Lied des Mose und sein Segen über die Stämme Israels sowie der Bericht über seinen Tod. Vor allem die Ermahnung zum Gehorsam gegenüber dem ganzen Wort Gottes und zur ungeteilten Liebe für den Herrn werden immer wieder im NT aufgegriffen und auf die neutestamentlichen Gläubigen angewandt (vgl. u.a. Mt 4,4-10; Mk 12,28-30; Apg 3,22; Röm 10,8; 1Kor 9,9-10).

Das Buch Josua

Einführung

Das Buch Josua (hebr. Jehoschua = »Der Herr ist Rettung«) ist die direkte Fortsetzung des 5. Buches Mose. Es handelt von der Einnahme des verheißenen Landes durch Israel unter der Führung Josuas, der nach der Überlieferung auch der Schreiber dieses Buches ist (vgl. Jos 24,26). Auf Gottes Gebot hin durchquert das Volk Israel den Jordan und beginnt mit der Eroberung Kanaans (Kap. 1-12). Israels Krieg gegen die heidnischen Völker dieses Landes, die ihre Schuld vor Gott durch schlimme Greuelsünden und verderbten Götzendienst voll gemacht hatten, war zugleich ein Strafgericht Gottes, der ihre Ausrottung ausdrücklich gebot. Der Herr kämpfte für Israel und gab die Völker vor ihnen dahin; Israel hatte Sieg, solange es dem Herrn vertraute und ihm gehorsam war, aber Unglaube und Ungehorsam führten zu Niederlagen. Am Ende war das Land als Ganzes erobert, und es wurde nun an die Stämme Israels verteilt (Kap. 13-22). Diese versäumten es jedoch, ihr Erbteil vollständig einzunehmen, und es blieben Reste der Kanaaniter im Land. Am Ende des Buches folgen daher ernste Ermahnungen Josuas an das Volk (Kap. 23-24). Die geschichtlichen Berichte des Buches Josua sind für den Leser auch von vorbildhafter Bedeutung. Josua ist ein Vorbild auf den Herrn Jesus (im Hebräischen und Griechischen sind »Josua« und »Jesus« derselbe Name); die Durchquerung des Jordan ein Bild für Gal 2,20 und Römer 6, die Einnahme des verheißenen Landes ist Vorbild für die Einnahme der Fülle in Christus, der Kampf Israels für den geistlichen Kampf der Gläubigen (Epheser 6).

Das Buch der Richter

Einführung

Das Buch der Richter (hebr. Schophetim) behandelt die Geschichte des Volkes Israel in den Generationen nach Josua und umfaßt mehrere hundert Jahre. Es wurde der Überlieferung nach von dem Propheten Samuel verfaßt. In diesem Buch wird geschildert, wie das Volk Israel sich immer weiter von seinem Gott abkehrt und dem Götzendienst verfällt. Gott züchtigt das Volk, indem er es den umgebenden Heidenvölkern preisgibt, die es bedrücken und ausplündern. Wenn es sich dann in seiner Not wieder an den Herrn wendet, dann erweckt der Herr ihnen in seiner Gnade Richter, die sie aus der Hand ihrer Feinde retten und für gewisse Zeit zu Gott zurückführen. Doch nach dem Tod der Richter sinkt das Volk wieder in Götzendienst und Ungehorsam; der Kreislauf wiederholt sich insgesamt siebenmal. So ist das Buch der Richter ein sehr ernstes Zeugnis vom geistlichen Niedergang des Volkes Gottes: Es zeigt ungeschönt, welche schlimmen Sünden und Verderbnisse ein Leben fern von Gott hervorbringt. Zugleich hebt es den Glaubensmut und die Treue Einzelner hervor, die in dieser schweren Zeit Gott dienen. Darin stecken viele wichtige Lektionen auch für den heutigen Bibelleser – Warnungen vor Ungehorsam und zuchtlosem Leben, ermutigende Vorbilder des Glaubens (einige Richter werden in Hebr 11 erwähnt) und auch ein Zeugnis von Gottes großer Barmherzigkeit, Gnade und Geduld mit schwachen und verkehrten Menschen.

Das Buch Ruth

Einführung

Die Begebenheiten, die das Buch Ruth (= »Gefährtin«) schildert, gehören in die von Niedergang und Not geprägte Zeit der Richter; sein Verfasser ist laut der jüdischen Überlieferung der Prophet Samuel. Es bildet ein Bindeglied zum Königtum unter David und damit zu den Büchern Samuel. Eine israelitische Familie aus Bethlehem in Juda wandert aufgrund einer Hungersnot ins heidnische Moabiterland aus und läßt sich dort nieder. Die Söhne nehmen dort heidnische Frauen, doch nach einiger Zeit sterben erst der Vater und dann seine Söhne. Die Frau, Naemi, entschließt sich, nach Israel zurückzukehren. Dabei wird sie von Ruth begleitet, der moabitischen Schwiegertochter, die Naemi, vor allem aber den Gott Israels liebgewonnen hat und deshalb ihrem Volk den Rücken kehrt. In Bethlehem lernt Ruth den Boas kennen, der sie zur Frau nimmt. Weil sie sich von ihren falschen Göttern abwendet und ihr Herz ganz dem Gott Israels weiht, erfährt sie die reiche Gnade und den Segen des Herrn. Sie wird in das Volk Gottes aufgenommen und wird Stammutter des Königs David und damit des Messias Jesus Christus (Mt 1,5-6). In dieser Begebenheit sehen wir die große Gnade und Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Schwachen und Elenden; in Boas, dem Löser, haben wir ein Vorbild auf den großen Erlöser Jesus Christus.

Das erste Buch Samuel

Einführung

Im 1. Buch Samuel (hebr. Schemuel = »Von Gott erhört«) wird die Geschichte des Handelns Gottes mit seinem Volk Israel vom Ende der Richterzeit bis zur Erwählung Davids zum König geschildert. Als Verfasser zumindest des ersten Teils der zwei Samuelbücher, die in der hebräischen Bibel eine Einheit bildeten, wird der Prophet Samuel selbst genannt; wie auch die Königs- und Chronikbücher sind diese Schriften das Werk mehrerer von Gott inspirierter Propheten gewesen, deren Namen uns nicht überliefert sind (vgl. aber 1Chr 29,29). Das Buch beginnt mit der Geschichte Samuels, des von Gott Erbetenen, der zum Dienst in der Stiftshütte geweiht und von Gott zum Propheten berufen wird (Kap. 1-8). Im Gegensatz zur Treue Samuels steht die Untreue Elis, des Hohenpriesters, und die Gottlosigkeit seiner Söhne. Unter dem Gericht Gottes erleidet Israel eine schwere Niederlage gegen die Philister; die Bundeslade wird geraubt, und Eli und seine Söhne sterben. Samuel wird zum Priester und Richter Israels, bis die Israeliten einen König haben wollen wie die Heidenvölker. Gott gibt ihnen Saul, den König nach dem Herzen des Volkes. Doch Saul ist Gottes Befehl ungehorsam und wird daher von Gott verworfen (Kap. 9-15). Gott beruft und salbt den jungen Hirten David zum König, der Israel wunderbar rettet durch seinen Sieg über Goliath, danach aber lange Jahre vor Saul fliehen muß, bis Saul und seine Söhne im Krieg umkommen (Kap. 16-31). David, der zunächst mißachtete König, ist ein (unvollkommenes) Vorbild auf Christus; in seinem Leben findet der Gläubige viel Ermutigung für sein Glaubensleben, so wie Elis und Sauls Leben voller Warnungen für uns sind.

Das zweite Buch Samuel

Einführung

Das 2. Buch Samuel setzt die inspirierte Geschichte des Volkes Israel fort und schildert uns die Königsherrschaft Davids von den ersten Anfängen nach Sauls Tod, als er in Hebron zum König über Juda gemacht wird (Kap. 1-4). Nach sieben Jahren wird er zum König über ganz Israel, erobert Jerusalem und macht es zu seinem Königssitz. Gott segnet den König nach seinem Herzen, so daß er die Feinde Israels besiegt (Kap. 5-12). David überführt die Bundeslade nach Jerusalem und empfängt danach die wunderbare Verheißung, daß einer seiner Nachkommen ein ewiges Königreich empfangen sollte – ein Hinweis auf den Messias, den Sohn Davids. Doch inmitten der Segnungen Gottes begeht David Ehebruch mit Bathseba und läßt dann ihren Mann Urija umbringen. Auch wenn Gott seinem Knecht diese Sünde vergibt, verheißt er ihm daraufhin schwere Züchtigung. Der letzte Teil des 2. Samuelbuches (Kap. 13-24) zeigt, wie Sünde, Zerrissenheit, Mord und Aufruhr über die Familie Davids kommen. Amnons Schandtat an Tamar, Absaloms Mord an Amnon, Absaloms Rebellion und Thronanmaßung, Davids Flucht aus Jerusalem, der Tod Absaloms im Bürgerkrieg – David muß einen teuren Preis für seine Sünde bezahlen. Dennoch erfährt er in aller Not die Treue und Gnade Gottes und kann am Ende seines Lebens ein bewegendes Danklied singen. In all dem ist Davids Leben voller Vorbilder und Mahnungen für den Glaubenden.

Das erste Buch der Könige

Einführung

Das erste Buch der Könige (hebr. Melachim) führt die von Gott inspirierte Geschichte Israels im Anschluß an die Samuelbücher weiter. Die Verfasser der Königsbücher sind nicht namentlich genannte prophetische Schreiber. Wie der Name sagt, wird in diesem Bericht die Hauptaufmerksamkeit auf die Könige Israels und ihre Haltung zum Herrnund seinem Gesetz gelegt. Zuerst wird die Königsherrschaft Salomos, des Sohnes Davids, geschildert – der Frieden und die Herrlichkeit, die er genoß, aber auch sein Abweichen von Gott (Kap. 1-11). Als Ergebnis der Untreue Salomos wird das Reich unter seinem Sohn Rehabeam geteilt, und die Nachkommen Davids regieren künftig nur noch über Juda. Israel, das Zehnstämmereich im Norden, nimmt unter Jerobeam eine verhängnisvolle Entwicklung, weil dieser einen eigenmächtigen Gottesdienst mit zwei goldenen Kälbern einrichtet. Die Könige Israels sind allesamt untreu und verfallen immer mehr dem Götzendienst, während in Juda gottesfürchtige Könige mit bösen abwechseln (Kap. 12-22). 1. Könige behandelt die Könige von Israel besonders ausführlich und berichtet in Kap. 17-22 den Dienst des Propheten Elia. Die geistliche Aussage dieses ernsten Buches ist: Wer dem Herrn treu ist und sein Wort achtet, erfährt Segen und die Hilfe Gottes in aller Bedrängnis. Wer dagegen vom Herrn abweicht, stürzt in Not und Verderbnis. Trotz allen Versagens finden wir in Salomo eine Vorschattung auf den großen Friedefürsten und wahren Sohn Davids, den Messias.

Das zweite Buch der Könige

Einführung

Das zweite Buch der Könige führt die Geschichte der getrennten Königreiche Israel und Juda weiter bis zu ihrem von Gott herbeigeführten gewaltsamen Ende. Zunächst wird vor allem die Geschichte der Könige Israels berichtet bis zum Fall dieses Reiches und der Deportation der 10 Stämme durch das assyrische Reich (Kap. 1-17). Dabei spielt der Dienst des Propheten Elisa, der nach Elias Aufnahme in den Himmel dessen Nachfolger wird, eine wichtige Rolle (Kap. 2-13). Der zweite Teil schildert den Niedergang des Königreiches Juda und seinen Fall nach der Belagerung Jerusalems durch Nebukadnezar. Das Volk wird in die babylonische Gefangenschaft verschleppt; das davidische Königtum wird seiner Herrschaft beraubt (Kap. 18-25). Auch in diesem Buch wird die Wichtigkeit des Glaubens an den Herrn und des Gehorsams gegenüber seinem Wort betont. Die gottesfürchtigen Könige (u.a. Hiskia und Josia) erfahren die Hilfe des Herrn und seinen Segen, während die gottlosen Könige (besonders Ahab, Manasse) das Gericht auf sich bringen und den Ruin des ganzen Volkes beschleunigen. Der Leser findet im Dienst Elisas eine Vorschattung auf den Herrn Jesus und in der Heilung Naemans ein Vorbild auf die Gnadenzeit, wo Heiden durch den Glauben gerettet werden.

Das erste Buch der Chronik

Einführung

Die zwei Chronikbücher (hebr. Dibre-ha-Jamim) berichten die Geschichte der Könige und des Volkes Israel von einem anderen geistlichen Gesichtspunkt aus als die Königsbücher. Sie sind das Werk nicht genannter prophetischer Schreiber, die vermutlich Priester waren (einige Ausleger verweisen auf Esra), und die sich bei der Verfassung auf verschiedene schriftliche Quellen stützten. Im hebräischen AT stehen die Chronikbücher an letzter Stelle. Das erste Buch der Chronik beginnt mit Geschlechtsregistern, die vor allem Gottes Heilshandeln mit den begnadigten Menschen aus der Segenslinie Sems im Rückblick in Erinnerung rufen, von Adam bis hin zu den zwölf Stämmen im Land Israel (Kap. 1-9). Danach wird das Ende Sauls und die Königsherrschaft Davids, des Mannes nach dem Herzen Gottes, berichtet (Kap. 10-29). Dabei wird die Gnade Gottes David gegenüber betont; seine Sünde mit Bathseba wird dagegen nicht erwähnt. Einen besonderen Raum nimmt die Bundeslade und die Vorbereitung des Tempelbaues ein, einschließlich der Ordnungen Davids für den Dienst der Leviten (Kap. 13; 15-17; 21-26; 28-29). In Kap. 17 finden wir die Verheißung eines ewigen Königtums für einen Nachkommen Davids, den Messias, die in Jesus Christus erfüllt werden wird.

Das zweite Buch der Chronik

Einführung

Das zweite Buch der Chronik führt die geistliche Geschichte besonders des davidischen Königtums fort, wobei auch hier die Gnade Gottes der Grundzug ist; deshalb endet dieses Buch auch nicht mit der Wegführung Judas in die babylonische Gefangenschaft, sondern mit dem Edikt des Königs Kyrus, das die Rückkehr Judas nach Jerusalem ermöglicht. Das Buch beginnt mit der Regierung Salomos (Kap. 1-9) wobei auch hier der Bau des Tempels besonderen Raum einnimmt (Kap. 2-7) und Salomos Versagen nicht erwähnt wird. Der zweite Teil (Kap. 10-36) schildert dann hauptsächlich die Geschichte Judas und seiner Könige bis zum Zerfall des davidischen Königtums. Dabei zeigt sich durchgehend der besondere Bezug zum Tempeldienst und überhaupt dem Gottesdienst des Volkes; der Bericht geht ausführlich auf die Segenserfahrungen, aber auch auf das Versagen im Glaubensleben einiger Könige ein (z.B. Asa, Josaphat, Joas, Ussija) und hebt besonders die treuen Könige Hiskia und Josia hervor, und in ihrem Wirken ihre Verdienste um den Tempel und die Feiern des Passah. So ist auch das 2. Chronikbuch voller Ermutigungen, Ermahnungen und Lektionen für den neutestamentlichen Gläubigen.

Das Buch Esra

Einführung

Das Buch Esra (bed. »Hilfe«) knüpft unmittelbar an das in 2Chr 36 berichtete Edikt des persischen Königs Kyrus an, das die Rückkehr der Juden nach Juda und Jerusalem erlaubte. Es berichtet von der Rückkehr einer ersten Schar von Juden unter Serubbabel (dem Statthalter und Nachkommen Davids) und Jeschua (dem ersten Hohenpriester nach der Rückkehr), die gegen den Widerstand heidnischer Gegner und unter inneren Anfechtungen (vgl. die damals wirkenden Propheten Haggai und Sacharja) den Tempel in Jerusalem wieder aufbauten (Kap. 1-6). Danach wird die Rückkehr des Priesters und Schriftgelehrten Esra mit einigen Juden geschildert, die einige Jahrzehnte nach dem Tempelbau erfolgte (Kap. 7-10). Das Volk und die Führer waren in vielem vom Herrnabgewichen und hatten sich besonders durch Heiraten mit heidnischen Frauen verunreinigt. Esra beugt sich unter diese Schuld und bittet für das Volk. Das Ergebnis ist eine Umkehr unter den Verantwortlichen. Dieses Buch gibt dem Leser Ermutigung und Unterweisung für die oft mühsame Aufbauarbeit im Haus Gottes.

Das Buch Nehemia

Einführung

Das Buch Nehemia (hebr. Nechemjah = »Der Herr tröstet«) bildete in der hebräischen Bibel ursprünglich eine Einheit mit Esra und schildert den treuen Dienst Nehemias, der eine hohe Stellung am persischen Königshof innehatte, unter den zurückgekehrten Juden Jerusalems. Sein Anliegen war es, die niedergerissene Mauer um die heilige Stadt Jerusalem wieder aufzubauen, damit die Juden dort frei von der Bedrückung durch ihre heidnischen Widersacher Gott dienen konnten. Er wird vom König Artasasta als Statthalter nach Jerusalem geschickt und beginnt zusammen mit dem dort wohnenden Überrest der Juden, die Mauer zu bauen. Dabei erleben sie hartnäckigen Widerstand von Seiten der Heiden, aber auch die Untreue einiger führender Juden. Nehemia erweist sich als weiser Vorsteher, der die anderen ermutigt und mahnt und das Werk trotz Schwierigkeiten zu Ende führt (Kap. 1-12). Doch einige Jahre später zeigt sich, daß das Volk und die Obersten wieder zurückgefallen sind und neue Mißstände aufkamen, denen Nehemia energisch wehrt (Kap. 13). Auch dieses Buch ist voller Ermutigungen und Ermahnungen für den heutigen Bibelleser, was treuen Dienst für Gott in einer geistlich schweren Zeit betrifft.

Das Buch Esther

Einführung

Das Buch Esther (persisch = »Stern«) schildert eine Begebenheit, die das jüdische Volk im babylonischen Exil unter dem König Ahasveros erlebte, d.h. etwa 55 Jahre nach dem Erlaß des Königs Kyrus und etwa 25 Jahre vor der Reise Esras nach Jerusalem. Im jüdischen AT gehört es zu den Ketubim (»Schriften«) und zu den Megilloth (»Rollen«); es wird noch heute zum jüdischen Purimfest vorgelesen. In vielerlei Hinsicht ist es ein besonderes Buch im AT; weder der Name Gottes noch Gottes ausdrückliches Handeln werden darin erwähnt, auch wenn seine Vorsehung und Allmacht in den Ereignissen erkennbar ist. Das Buch schildert die Geschichte der Jüdin Esther, die zur persischen Königin aufsteigt und in dieser Position einen heimtückischen Anschlag Hamans zur Ausrottung der Juden vereiteln kann. Dabei unterstützt sie ihr Pflegevater Mordechai, der eine hohe Stellung am Königshof einnimmt. Das Buch endet mit der Einführung des Purimfestes.

Das Buch Hiob

Einführung

Mit dem Buch Hiob (hebr. Ijob = »Der Angefeindete«) beginnen die in dichterischer Form niedergeschriebenen Weisheitsschriften des AT; es nimmt in verschiedener Hinsicht eine besondere Stellung ein. Der Verfasser bleibt ungenannt, und die Entstehungszeit ist nicht genau bekannt, auch wenn viele Umstände darauf hinweisen, daß sich die Geschichte Hiobs zur Zeit der Patriarchen abgespielt hat. Das Thema des Buches ist der Sinn des Leidens bei den Gläubigen. Hiob, ein gottesfürchtiger und gerechter Mann von großem Wohlstand und Ansehen, wird von Gott einer Prüfung unterworfen: der Widersacher darf ihm seinen Wohlstand, seine Kinder und seine Gesundheit rauben (Kap. 1-2). Nun entwickelt sich ein Streitgespräch zwischen dem leidenden Hiob und seinen drei Freunden, die ihn trösten wollen, aber schließlich zu seinen Anklägern werden (Kap. 3-31). Hiob behauptet seine Unschuld und wirft Gott Willkür vor; seine Freunde dagegen wollen Gott verteidigen und werfen Hiob vor, er habe sein Leiden selbst verschuldet. Am Ende dieses Streites tritt ein vierter Redner auf, Elihu, der besonders auf Gottes Souveränität hinweist (Kap. 32-37). Unmittelbar anschließend redet Gott selbst Hiob an und weist ihn zurecht, indem er auf seine Selbstoffenbarung in der Schöpfung verweist (Kap. 38-41). Schließlich tut Hiob Buße und wird wiederhergestellt (Kap. 42). Das Buch ist über die Jahrhunderte ein großer Trost für leidende Gläubige gewesen und zeigt ihnen, daß Gott manchmal Leiden zur Läuterung und Zubereitung zuläßt und in seinem souveränen Handeln immer gerecht bleibt. Es enthält wichtige Hinweise auf Gottes Erlösungsplan: Um vor Gott gerecht dazustehen, braucht der sündige Mensch einen Mittler (9,33), einen Bürgen (16,19) und einen Erlöser (19,25), und das alles findet er allein in Christus.

Die Psalmen

Einführung

Das Buch der Psalmen ist eine einzigartige Sammlung geistlicher Lobgesänge (der hebr. Titel Tehillim bedeutet »Lobgesänge«). Sie wurden ursprünglich mit Musikbegleitung gesungen, worauf der Titel »Psalmen« (von gr. psalmos) hinweist. Die 150 Psalmen wurden schon im Judentum in fünf Bücher aufgeteilt; einige Ausleger sehen hier eine Entsprechung zu den fünf Büchern Mose. Die meisten Psalmen stammen von David, der auch ihren Einsatz beim levitischen Lobgesang im Tempel veranlaßt hat. Andere Verfasser waren z.B. Mose und der levitische Sänger Asaph. Die Psalmen sind das reichste Werk der biblischen Dichtung, die besonders durch den »Parallelismus« gekennzeichnet wird, d.h. die parallele Gegenüberstellung von zwei oder mehr Verszeilen, die einander in ihrer Aussage entsprechen, weiterführen oder kontrastieren. Ihrem Inhalt nach sind die Psalmen von Gottes Geist inspirierte Lieder des Glaubens und des Lobes, in denen Gott den Gläubigen aller Zeiten eine Fülle von Trost und Hoffnung, Glaubensstärkung und Einblick in Gottes Wesen, geistlicher Belehrung und prophetischer Offenbarung geschenkt hat. Viele Psalmen haben einen Bezug zum persönlichen Erleben des Verfassers, gehen aber darüber hinaus und beschreiben allgemeine geistliche Erfahrungen. Bestimmte Psalmen haben eine ausdrücklich prophetische Bedeutung und offenbaren die Wege Gottes mit Israel in der großen Drangsal und beim Anbruch des messianischen Königreiches. Eine besondere Rolle spielen die messianischen Psalmen, in denen auf den verheißenen Messias, den Herrn Jesus Christus, den Retter-König für Israel und die Welt, hingewiesen wird (vgl. Lk 24,44). Wir finden Psalmen, in denen seine Erniedrigung und sein Leiden am Kreuz geschildert wird (z.B. Ps 22, Ps 69); in Ps 110 wird auf seine Erhöhung zur Rechten Gottes hingewiesen, in vielen Psalmen auf sein Eingreifen zur Errettung Israels und auf den siegreichen Anbruch seiner Königsherrschaft und seines Friedensreiches für Israel und die Welt (z.B. Ps 2; Ps 24; Ps 93-100). Die Psalmen sind für zahllose Bibelleser zu einer unerschöpflichen Quelle geistlicher Ermutigung und vertrauensvollen Gotteslobes geworden, in Not und Anfechtung wie in Tagen des Segens und der Freude.

Die Sprüche

Einführung

Das Buch der Sprüche (hebr. Mischle = Gleichnisreden) ist eine Sammlung von Weisheitssprüchen, die zum größten Teil den König Salomo zum Verfasser haben (vgl. 1Kö 5,9.12; manche Ausleger halten Agur und Lemuel in Kap. 30-31 für Namen Salomos) und später ihre endgültige Form erhielt (vgl. 25,1). In diesen Sprüchen unterweist die Weisheit Gottes die Gläubigen, in ihrem Erdenleben inmitten von Sünde, Torheit und Gottlosigkeit Gott wohlgefällig und gerecht zu handeln. Die Betonung bei den vielfältigen Belehrungen und Ermahnungen der Sprüche liegt auf einer Herzenshaltung der Gottesfurcht und der Einsicht in Gottes Wort, aus der dann ein einsichtiges und Gott wohlgefälliges Alltagsleben erwächst: »Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit« (9,10; vgl. 1,7). Besonnenheit, Nüchternheit, Zucht und Gehorsam kennzeichnen den weisen Menschen, während sein Gegenspieler, der Narr, seinen Gefühlen und Begierden freien Lauf läßt und gesetzlos und eigenwillig lebt. Innerhalb der Sprüche hat der erste, einleitende Teil eine besondere Stellung (Kap. 1-9); hier redet und offenbart sich mehrfach die Weisheit Gottes persönlich (vgl. 1,20-33; Kap. 8). Darin sehen viele Bibelausleger eine Offenbarung des Sohnes Gottes, der in 1Kor 1,24 »Gottes Weisheit« genannt wird (vgl. 1Kor 1,30). Der Hauptteil der Sprüche Salomos (Kap. 10-29) enthält eine große Zahl von kurzen Aussprüchen (meist nur aus einem Vers bestehend), die meist vordergründig voneinander unabhängig sind, aber oft durch gemeinsame Themen oder Schlüsselworte verbunden sind. Immer wieder zeigen sie den Weg, der dem Herrnwohlgefällt, nach dem der Weise streben soll, im Gegensatz zu dem Weg des Bösen, Törichten, der dem Herrn ein Greuel ist und daher gemieden werden muß. Den dritten Teil des Buches bilden die Sprüche Agurs und Lemuels (Kap. 30-31), die mit dem »Lob der tugendhaften Frau« (31,10-31) abschließen.

Der Prediger

Einführung

Das Buch Prediger (hebr. Kohelet; gr. Ekklesiastes = »Versammlungsredner«) wurde wie die Sprüche von Salomo, dem Sohn Davids, dem König in Jerusalem verfaßt (vgl. 1,1.12-16). Vielfach nehmen die Ausleger an, daß das Hohelied in den jungen Jahren Salomos entstand und die Sprüche in seinen mittleren Jahren, während das Buch Prediger ein Alterswerk ist. In ihm legt der weiseste und zu seiner Zeit auch reichste und mächtigste Mensch davon Rechenschaft ab, was die Weisheit und das menschliche Streben nach Glück und Selbstverwirklichung »unter der Sonne«, d.h. im diesseitigen, irdischen Leben erreichen kann. Seine immer wiederkehrende Schlußfolgerung ist: »Es ist alles nichtig«  leer, vergänglich, ohne bleibenden Wert. Salomo unternahm vieles, erforschte vieles, durchdachte vieles  doch am Ende erkennt er nur die Sinnlosigkeit eines rein diesseitigen Lebens. Ohne die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott, ohne Erlösung von Sünde, Tod und Vergänglichkeit, ohne die Hoffnung der Ewigkeit, des Himmels und der unvergänglichen Herrlichkeit, neutestamentlich gesagt: ohne die Errettung, die uns Gott in Christus gegeben hat, ist das Leben des Menschen nichtig und leer. Diese geistliche Botschaft macht das Buch Prediger zu einem wertvollen Bestandteil von Gottes Offenbarung.

Das Hohelied

Einführung

Das Hohelied (hebr. Schir Ha-Schirim = »Das Lied der Lieder«) ist das dritte Werk Salomos unter den heiligen Schriften. Es wird von vielen Auslegern verstanden als ein dichterisches Liebeslied, das vordergründig die Liebe des jungen Königs zu seiner ersten Frau beschreibt, bevor er der Vielweiberei verfiel. Doch dieses Lied, darin sind sich jüdische wie christliche Ausleger einig, beschreibt nicht in erster Linie die Liebesbeziehung des Königs Salomo mit Sulamit, seiner jungvermählten Braut. Es hat eine tiefe symbolische und bildhafte Bedeutung und bezieht sich auf die Liebe des Herrn, des Messias-Königs, von dem Salomo nur ein unvollkommenes irdisches Vorbild war, zu seinem Volk Israel. Die neutestamentlichen Gläubigen dürfen in diesem inspirierten Lied ein Bild der Liebe des Herrn Jesus Christus zu den Seinen sehen, die ihm ja als eine keusche Jungfrau verlobt sind (2Kor 11,2; Eph 5,25-32). Die poetischen Bilder des Liedes der Lieder zeigen, daß die Geliebte alle Erfüllung nur in Ihm findet, in dem Messias, in dem Geliebten, und danach verlangt, völlig sein eigen zu sein. Sie offenbaren aber auch die treue Liebe des Herrn zu der Geliebten, trotz all ihres Versagens und ihrer Untreue. Das Hohelied ist durch den Wechsel der Sprecher in unterschiedliche Strophen oder Abschnitte gegliedert; die genaue Aufteilung ist jedoch von den Auslegern unterschiedlich vorgenommen worden. Die hier in den Überschriften und durch Leerzeilen gegebene Gliederung der Strophen nach Worten Sulamits, Salomos und der Töchter Jerusalems ist lediglich als eine Hilfe zum Verständnis gedacht.

Das Buch des Propheten Jesaja

Einführung

Das Buch des Propheten Jesaja (hebr. Jeschajahu = »Der Herr rettet«) steht am Anfang der Prophetenbücher im Alten Testament – nicht nur, weil Jesaja zeitlich der erste der »großen Propheten« war, sondern auch, weil dieses Buch die umfassendste und reichhaltigste Botschaft aller Prophetenbücher enthält. Kein anderer Prophet enthüllt so viel von Gottes Heilsgedanken wie Jesaja. Nach der Überlieferung stammte er aus königlichem Geschlecht und wurde unter König Manasse ermordet. Er wirkte im Königreich Juda etwa von 740 bis 686 v. Chr., hauptsächlich unter der Regierung des Königs Hiskia, in einer Zeit großer Not und Bedrohung für das Volk Gottes. Das Nordreich Israel kämpfte zusammen mit Aram gegen Juda, wurde dann aber von Assyrien überfallen und zerstört. Unter Sanherib bedrohte Assyrien dann auch Jerusalem, mußte sich aber zurückziehen. Jesaja wies warnend darauf hin, daß all dies ein Gericht Gottes über Israels und Judas Untreue darstellte. Er verurteilte scharf den Götzendienst und die Sünden des Volkes sowie ihre Neigung, sich auf fremde Mächte zu stützen, statt den Herrn zu suchen. In Jesajas Botschaften finden sich neben Warnungen vor den nahe bevorstehenden Gerichten über Israel und Juda und Ankündigungen göttlicher Gerichte über die heidnischen Nachbarvölker immer wieder prophetische Ausblicke auf den großen Gerichtstag des Herrn am Ende der Zeiten und auf die schließliche Erlösung und Rettung Israels durch den Messias. Der verheißene Retter ist letztlich auch der zentrale Gegenstand der Botschaft Jesajas. Der Prophet kündigt seine Geburt von einer Jungfrau an (7,14); er enthüllt ihn als den Sohn, der uns gegeben ist, den Friedefürst, der zugleich der starke Gott ist (9,1-6); als den Sproß aus dem Stumpf Isais, der Heil und Frieden bringt (11,1-10); als den König, der in Herrlichkeit in Zion herrscht (16,4-5; 24,21-23); als den Heilsbringer auch für die Heidenvölker (25,6-10); als den bewährten Grundstein in Zion (28,16); als den furchtgebietenden Richter über die gottlosen Heiden (30,27-33); als den machtvollen Retter Israels aus der großen Drangsal (40,1-11), aber auch als den Knecht des Herrn, der Gottes Ratschluß in Treue erfüllt (42,1-9; 49,1-10; 50,4-11; 61,1-3). Die Enthüllung dieses Knechtes als das Opferlamm Gottes, das unsere Schuld und Sünde trägt, gehört zu den großartigsten Botschaften des AT, die auf Jesus Christus und sein Erlösungswerk hinweisen (52,13 - 53,12). Die prophetische Schau Jesajas erstreckt sich über den endzeitlichen Tag des Herrn und das Friedensreich des Messias bis zu dem neuen Himmel und der neuen Erde, die Gott am Ende der Zeiten erschaffen wird. Man kann das Buch des Propheten Jesaja in zwei Hauptteile untergliedern: der erste Teil enthält Gerichtsbotschaften über Juda, Jerusalem und die Heidenvölker, verbunden mit ersten Offenbarungen über den Messias und sein Wirken (Kap. 1-39, wobei Kap. 35-39 einen Bericht aus der Zeit Hiskias wiedergibt). Im zweiten Teil (Kap. 40-66) überwiegt der Trost und die Ankündigung der Rettung für Israel, verbunden mit der Offenbarung des Messias als Knecht des Herrn, der die Erlösung vollbringt und dann Frieden und Herrlichkeit für Israel gibt. Kein anderes Prophetenbuch wird so oft im NT angeführt wie der Prophet Jesaja; überall im NT wird bezeugt, daß Jesus Christus die Erfüllung aller Prophetien des Jesaja über den kommenden Messias ist.

Das Buch des Propheten Jeremia

Einführung

Der Prophet Jeremia (hebr. Jirmejahu = »Der Herr gründet / erhöht«) lebte etwa von 660 bis 580 v. Chr. und übte seinen Dienst unter den letzten sieben Königen von Juda aus. Er stammte aus einem Priestergeschlecht in Anatot, wurde schon in jungen Jahren als Prophet berufen (1,1-10) und blieb um den Herrn willen ledig (16,2). Als Bote des Herrnmußte er dem immer verderbter handelnden Volk eine ernste Gerichtsbotschaft verkünden, an der der empfindsame Jeremia selbst sehr litt; er wird nicht umsonst »der weinende Prophet« genannt. Für seine Botschaft, daß Jerusalem fallen und Juda in Gefangenschaft geraten wird, schlug ihm von den Führern und dem Volk viel Haß und Feindseligkeit entgegen; er wurde als Landesverräter ins Gefängnis geworfen und kam beinahe in einer Zisterne um. Ihm traten auch viele falsche Propheten entgegen, die dem abtrünnigen Juda »Friede und Sicherheit« weissagten und das Volk irreführten (Kap. 23). Er mußte erleben, daß der gottlose König Jojakim die von ihm aufgezeichneten Worte Gottes zerschnitt und verbrannte (Kap. 36). Mitten zwischen den düsteren Gerichtsworten Jeremias finden sich jedoch wunderbare Lichtblicke der Gnade Gottes (vgl. 29,11-13; 31,3-4), besonders eine Ankündigung des neuen Bundes mit Israel am Ende der Zeiten (Kap. 30-33). Wir finden bei Jeremia zahlreiche symbolische Bilder und Handlungen wie etwa den Mandelzweig (1,11-12), den leinenen Gürtel (13,1-11), den zerbrochenen Krug (19,1-13) oder das versenkte Buch (51,59-64). Nachdem der von ihm geweissagte Fall Jerusalems eingetreten war, warnte Jeremia im Namen des Herrn den Überrest der Juden vor einer Flucht nach Ägypten; sie jedoch widerstanden seinem Wort frech und verstockt und entführten Jeremia mit nach Ägypten (Kap. 40-45). Das Buch schließt mit Weissagungen über einige Heidenvölker (Kap. 46-51) und mit einem abschließenden Bericht vom Fall Jerusalems, der noch einmal eindringlich vor Augen führt, daß das Gerichtswort des Herrn sich unerbittlich erfüllt (Kap. 52). Die Botschaften des Buches sind nicht streng geschichtlich geordnet; sie lassen sich einteilen in die Weissagungen vor dem Fall Jerusalems (Kap. 1-39) und die Weissagungen nach dem Fall Jerusalems (Kap. 40-52). Besonders in den Kapiteln über den neuen Bund leuchtet der Messias bei Jeremia auf (vgl. 23,3-4; 33,14-16); der Prophet selbst ist in seinem Leiden und der Verwerfung durch das Volk in gewisser Weise ein Vorbild auf Jesus Christus.

Die Klagelieder Jeremias

Einführung

Die Klagelieder des Propheten Jeremia (hebr. Titel Echa = »Ach«, ein klagender Ausruf) sind Trauergesänge auf den Fall Jerusalems (nach 587 v. Chr. entstanden), in denen das Mitgefühl des Propheten, aber auch das Herz Gottes offenbar wird, das trauert über die Verwüstung und das Elend der geliebten, heiligen Stadt. Das erste, zweite und vierte Lied bestehen aus je 22 Versen, die in alphabetischer Ordnung mit den Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnen. Das dritte Lied, das eine Schlüsselstellung einnimmt, besteht aus 66 Versen, von denen je drei mit demselben Anfangsbuchstaben anfangen. Das fünfte Lied hat ebenfalls 22 Verse, aber keine alphabetische Ordnung der Anfangsbuchstaben. Die ersten beiden Lieder (Kap. 1-2) sind ein Rückblick auf die Zerstörung und das Leid, das durch Gottes Gericht über die abtrünnige Stadt gekommen war. Im dritten Lied (Kap. 3) spricht der Prophet über seine Leiden, in denen das Leiden Jesu Christi durchscheint (V. 1-20). Darauf folgt eine wunderbar tröstliche Erinnerung an die Gnade Gottes, die schon vielen angefochtenen Gläubigen geholfen hat (V. 21-41), und ein Gebet zu dem Herrn (V. 42-66). Im vierten Lied (Kap. 4) findet sich ein wehmütiger Rückblick auf das furchtbare Gericht über Jerusalem; das fünfte Lied (Kap. 5) besteht in einem Gebet zu Gott, daß er wieder an Jerusalem gedenken und Israel Umkehr gewähren möge. Die Klagelieder bilden in der hebräischen Bibel die dritte der fünf Megillot (Buchrollen) und werden am Fastentag zur Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems vorgelesen. Einige Verse lassen deutlich einen Bezug zu den Leiden des Christus erkennen (z.B. 2,15-16; 3,8.14.19).

Das Buch des Propheten Hesekiel (Ezechiel)

Einführung

Der Prophet Hesekiel (bed. »Gott ist stark« oder »Gott stärkt«; gr.-lat. Ezechiel) war Nachkomme einer Priesterfamilie (1,3) und gehörte zu den Gefangenen, die 597 v. Chr. bei der zweiten Wegführung mit König Jojachin nach Babel gebracht wurden. Er wurde außerhalb Israels, am Fluß Kebar, etwa 593 v. Chr. von Gott berufen, und wirkte unter den Exilanten. Gleichzeitig mit ihm, aber im Königspalast von Babel, wirkte Daniel. Während Jeremia in Jerusalem Führer und Volk davor warnte, in ihrer Gottlosigkeit fortzufahren, und die drohende Zerstörung Jerusalems weissagte, brachte Hesekiel dieselbe Botschaft den Weggeführten, die leere Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr hegten (Kap. 1-24). In einer eindrucksvollen Vision schaut er die Herrlichkeit Gottes (Kap. 1); so sieht er die ernsten Vergehen des Volkes, ihre Untreue und Hurerei, ihren frechen Götzendienst, im Licht der Heiligkeit des Herrn. Hesekiel wird von Gott als ein Wächter eingesetzt, der das Volk zu warnen hat (3,16-21), auch wenn sie nicht hören wollen. Auf die Warnungen vor dem Gericht über Jerusalem und dem Weichen der Herrlichkeit Gottes vom Tempel folgen Weissagungen über sieben Nachbarvölker (Kap. 25-32) und dann die Weissagungen nach dem Fall Jerusalems (Kap. 33-48), die die künftige Wiederannahme Israels und die Segnungen des messianischen Friedensreiches zum Inhalt haben. Hesekiels Berufung als Wächter Israels wird neu betont (Kap. 33), und der Herr rechnet mit den treulosen Hirten Israels ab, die sein Volk in Not und Elend führten (Kap. 34). Es folgt die Ankündigung der Wiederherstellung Israels und des neuen Bundes am Ende der Zeiten (Kap. 36; vgl. 11,17-20). In Kap. 37 findet sich das Gesicht von den belebten Totengebeinen Israels, gefolgt von der Weissagung über das Gericht an Gog und Magog am Ende der Tage (Kap. 38-39). In Kap. 40-48 schildert Hesekiel das Gesicht von einem Tempel, der von vielen Auslegern als der zukünftige Tempel des messianischen Reiches gedeutet wird. Wir finden auch im Buch Hesekiel einige Hinweise auf den Messias (z.B. 17,22-24; 34,23-30; 37,22-28); zudem stehen zahlreiche Gesichte Hesekiels in direkter Beziehung zum Buch der Offenbarung.

Das Buch des Propheten Daniel

Einführung

Das Buch des Propheten Daniel (»Gott ist mein Richter«) steht in unserer Bibel zwischen den »großen Propheten« und den 12 »kleinen Propheten«; in der hebräischen Bibel ist es unter den »Schriften« (Ketubim) eingereiht. Daniel war wohl aus königlichem Geschlecht (vgl. Dan 1,3; Jes 39,5-7); er wurde im Alter von 15-20 Jahren nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar im Jahr 605 v. Chr. nach Babylon verschleppt und stieg dort durch Gottes Vorsehung zu einem der höchsten Hofbeamten des babylonischen Reiches auf. Er war ein Zeitgenosse des Propheten Hesekiel, lebte aber bis zur Zeit des Königs Kyrus und wurde über 90 Jahre alt. Daniel bewies große Treue und Hingabe Gott gegenüber und war gerecht und redlich in seinem irdischen Dienst – ein Vorbild auch für neutestamentliche Gläubige. In dem von ihm verfaßten Buch berichtet Daniel (z.T. in der dritten Person, z.T. in der Ichform) zunächst von seinem Dienst und Zeugnis vor den Königen Babylons (von dem seiner Gefährten in Kap. 3) sowie von den Träumen Nebukadnezars, die er durch Gottes Eingebung deuten konnte (Kap. 1-6). Der erste Traum Nebukadnezars von dem gewaltigen Standbild, das die heidnischen Weltreiche versinnbildlicht (Kap. 2), weist schon prophetisch auf das Ende dieser Reiche durch den Messias Gottes hin, der sie zerschmettern wird. Der zweite Traum dieses mächtigen Herrschers sagt seine Demütigung durch Gott voraus, »damit die Lebenden erkennen, daß der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will« (Dan 4,14). Der Untergang des vermessenen Königs Belsazar unterstreicht diese ernste Aussage (Kap. 5). Es folgt eine Glaubensprüfung für Daniel, als er in die Löwengrube geworfen wird (Kap. 6). In den folgenden Abschnitten des Buches Daniel (Kap. 7-12) berichtet der Prophet von gewaltigen göttlichen Gesichten, die ihm die Zukunft der heidnischen Weltreiche, des Volkes Israel und des messianischen Gottesreiches enthüllen. Das erste große Gesicht von den vier Tieren (Kap. 7) umspannt die ganze Weltgeschichte Gottes bis hin zum Endgericht und zeigt uns den Messias, den »Sohn des Menschen« und sein ewiges Reich. Das zweite Gesicht vom Widder und dem Ziegenbock wird von einem Engel selbst auf das medo-persische und das griechische Weltreich bezogen (Kap. 8). Es folgt die Fürbitte des Daniel für sein Volk, die beantwortet wird mit einer Vorhersage auf das erste Kommen des Messias und seine Verwerfung (Kap. 9). Eine weitere prophetische Offenbarung (Kap. 10-11) führt Gottes Vorausschau der Weltgeschichte weiter über den Zerfall des Weltreiches Alexanders d. Gr. bis zur Zeit des Antiochus Epiphanes. Doch die prophetische Sicht geht am Ende über in die letzte Zeit der großen Drangsal Israels, wenn die Heidenvölker ein letztes Mal das auserwählte Volk bedrängen werden, und bis zur endgültigen Rettung Israels durch den Messias (Kap. 12). So ist das Buch Daniel ein bedeutsamer Schlüssel für das geistlich-prophetische Verständnis der Weltgeschichte; es weist zahlreiche Bezüge zur Offenbarung des Johannes wie auch zur »Endzeitrede« des Herrn Jesus auf (vgl. Mt 24-25). Es vermittelt uns aber auch wertvolle Ermunterung zur Glaubenstreue angesichts heidnischer Machtentfaltung und endzeitlicher Entwicklungen.

Das Buch des Propheten Hosea

Einführung

Das Buch des Propheten Hosea (hebr. Hoschea = »Heil / Rettung«) steht am Beginn der zwölf Bücher der »kleinen Propheten«, die aufgrund ihrer Kürze so genannt werden, nicht etwa, weil die Bedeutung ihrer Weissagungen geringer wäre. Bei den Juden wurden sie in einer Buchrolle zusammengefaßt und »Die Zwölf« genannt; ihre Reihenfolge ist nicht streng zeitlich geordnet. Hoseas Prophetendienst erstreckte sich über eine lange Zeit, von ca. 755 bis 686 v. Chr.; er war ein Zeitgenosse von Jesaja, Micha und Amos. Seine Botschaften wenden sich hauptsächlich an das Zehnstämmereich Israel, wo er auch lebte. Hoseas Auftrag war es, die Treulosigkeit der zehn Stämme (nach ihrem führenden Stamm oft »Ephraim« genannt) bloßzustellen und vor dem rasch herannahenden Gericht Gottes in Form der assyrischen Eroberer zu warnen. Im ersten Teil des Buches (Kap. 1-3) bekommt Hosea den Auftrag, eine untreue Frau zu heiraten, als Sinnbild für Gott, der sich das Volk Israel zur Frau genommen hatte, das nachher untreu und hurerisch wurde. Im zweiten Teil (Kap. 4-14) wechselt der scharfe Tadel gegen das unbußfertige Volk und seine Führer ab mit ergreifenden Aufrufen zur Umkehr, mit denen Gottes Liebe das abtrünnige Volk noch vor dem drohenden Gericht bewahren wollte. An einzelnen Stellen gibt der Prophet Ausblicke auf die Erlösung Israels durch den Messias (z.B. 2,1-2; 21-25; 6,1-3; 13,14; 14,4-8).

Das Buch des Propheten Joel

Einführung

Der Prophet Joel (»Der Herr ist Gott«) wirkte etwa 840 bis 810 v. Chr. in Juda und ist damit einer der frühesten »kleinen Propheten«. Sein Thema ist der kommende »Tag des Herrn«, der große Tag des Gerichts, den sich der Herr für das Ende der Zeiten aufbehalten hat. In Kap. 1 warnt Joel die sorglosen Sünder des Volkes vor dem nahenden Tag des Herrn. In Kap. 2 wird dieser Gerichtstag des Herrn näher beschrieben. Joel weist auf eine schreckliche Invasionsarmee hin, die Israel dann bedrohen wird, und ruft das Volk zu einer von Herzen kommenden Umkehr. Er verheißt die Hilfe des Herrn für sein bedrängtes Volk. In Kap. 3 finden wir die Verheißung der Ausgießung des Heiligen Geistes auf das ganze Volk Israel, wenn es Buße getan hat. In Kap. 4 wird das Zorngericht Gottes über die Heidenvölker beschrieben, die Israel kriegerisch bedrängten, und die Botschaft Joels klingt aus mit einem Ausblick auf das Friedensreich des Messias, wenn der Herr in Zion wohnen wird.

Das Buch des Propheten Amos

Einführung

Der Prophet Amos (»Lastträger«) war ein Zeitgenosse Hoseas und wirkte etwa 760 bis 750 v. Chr. Er stammte aus dem judäischen Dorf Tekoa und war Hirte und Maulbeerfeigenzüchter von Beruf, als ihn der Herr zum Prophetendienst berief. Er wurde nach Bethel gesandt, in das götzendienerische falsche Heiligtum des Nordreiches, um dort dem sorglosen, üppig lebenden Volk eine ernste Bußbotschaft zu verkündigen. Damals, unter dem König Jerobeam II., erlebte das Nordreich Israel eine äußerliche Blütezeit. Reichtum und Verschwendung, verbunden mit Betrug, Unterdrückung und Gesetzlosigkeit kennzeichneten diese Zeit. In Kap. 1-2 verkündet Amos Gerichtsbotschaften über einige heidnische Nachbarn Israels und dann über Israel und Juda selbst: wie die Heiden waren sie verdorben und gerichtsreif geworden. In den Kapiteln 3-6 finden sich eindringliche Aufrufe zur Buße an das Volk. Er warnt sie vor dem kommenden Gericht Gottes, hält ihnen ihre Gleichgültigkeit und Unbußfertigkeit vor und stellt ihren Götzendienst und ihre nur äußerliche Frömmigkeit bloß. Es folgen fünf Gerichtsvisionen, in denen die Zerstörung des Nordreiches und ihre Zerstreuung noch einmal vorausgesagt wird (Kap. 7,1 - 9,10). Aber das Ende der Botschaft von Amos ist dennoch tröstlich: Er spricht von dem Tag, an dem der Herr das Geschick Israels wenden wird und die verfallene Hütte Davids wieder aufrichten wird im Friedensreich des Messias (9,11-15).

Das Buch des Propheten Obadja

Einführung

Der Prophet Obadja (»Knecht des Herrn«) wirkte nach Auffassung vieler Ausleger in der Zeit des Königs Joram von Juda (848 bis 841 v. Chr.) und war damit einer der frühesten Propheten. Obadja verkündet eine Gerichtsbotschaft des Herrn über Edom, das Brudervolk Israels, das auf dem Gebirge Seir südöstlich des Toten Meeres lebte. Die Edomiter waren von König David unterworfen worden und hatten sich unter König Joram von der Oberherrschaft Judas losgemacht (vgl. 2Kö 8,20). Im Zusammenhang damit stand eine Plünderung Jerusalems durch die Philister und Araber (vgl. 2Chr 21,8-10.16-17), bei der sich Edom offenkundig beteiligt hatte. Aber Edom wird auch in der letzten Zeit und der letzten Drangsal Israels eine Rolle spielen, und danach, am Tag des Herrn (V. 15), wird sein endgültiges Gericht kommen, das Obadja ankündigt (V. 1-16). Dagegen wird sich Gott über sein Volk Israel noch erbarmen und sie retten und zum Sieg über Edom führen (V. 17-21).

Das Buch des Propheten Jona

Einführung

Der Prophet Jona (»Taube«) stammt aus Gath-Hepher in Galiläa, nördlich von Nazareth. Er weissagte unter König Jerobeam II. von Israel, wie aus 2Kö 14,25 hervorgeht, und wirkte deshalb etwa 793 bis 753 v. Chr., als Zeitgenosse von Amos und Hosea. Er ist in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahme unter den »kleinen Propheten«: Er wird nicht zum Volk Israel gesandt, sondern nach Ninive, der Hauptstadt des damals mächtigsten Weltreiches, Assyrien, der er eine Gerichtsbotschaft verkündigen soll. Nicht die Botschaft selbst bildet den Schwerpunkt des Buches, sondern Gottes Handeln mit dem widerspenstigen Propheten und mit dem Volk von Ninive. Jona weigert sich, Gottes Auftrag auszuführen, und flieht mit einem Schiff nach Tarsis. Aber Gott sendet einen Sturm, um ihn an der Flucht zu hindern (Kap. 1). Danach beordert Gott einen großen Fisch, der Jona verschlingt (Kap. 2). Im Bauch dieses Fisches tut Jona Buße und betet zum Herrn, worauf der Fisch ihn ausspeit. Daraufhin geht Jona nach Ninive und verkündet seine Botschaft. Die Menschen von Ninive tun Buße, und der Herr verschont sie (Kap. 3). Nun ist Jona verbittert und lehnt sich gegen Gottes Barmherzigkeit auf, die sich an den Heiden gezeigt hat (Kap. 4). So wird dieses Buch zur einer Offenbarung der Gnade Gottes auch für die Völker außerhalb Israels. Jona ist ein Sinnbild für Israel, das seinen Auftrag, Bote Gottes für die Heidenvölker zu sein, zunächst nicht erfüllt hat; darüber hinaus ist er mit seinem dreitägigen Aufenthalt im Bauch des Fisches auch eine Vorschattung auf das Sterben und die Auferstehung des Christus (vgl. Mt 12,39-40).

Das Buch des Propheten Micha

Einführung

Der Prophet Micha (»Wer ist wie Er, abgekürzt von Michajah = »Wer ist wie der Herr?«) stammt aus Moreschet-Gat in Juda; er weissagte hauptsächlich in Jerusalem von ca. 750 bis 686 v.Chr. und war damit ein Zeitgenosse von Jesaja, Hosea und Amos (vgl. Jer 26,18). Seine Botschaft stimmt in vielem überein mit der des Propheten Jesaja; Gott richtete durch diese beiden ein zweifaches Zeugnis an sein untreues Volk. Die Botschaft Michas kann in drei Reden unterteilt werden, die alle mit dem Aufruf »Hört« beginnen. In Kap. 1-2 kündigt Micha das Gericht über Samaria und Jerusalem an, die gottlosen Hauptstädte des Nord- und Südreiches. Er tadelt die gesetzlosen Leute im Volk und ihr Treiben, besonders auch ihren Widerstand gegen die Verkündigung der Propheten. Am Ende steht ein Blick auf den »Durchbrecher«, den Messias, der einmal Rettung bringen wird. In Kap. 3-5 tadelt Micha zunächst scharf die gottlosen Fürsten und falschen Propheten, um dann in Kap. 4-5 einen Ausblick auf die Errettung Israels am Ende der Tage durch den Messias zu geben. In 5,1 finden wir die berühmte Weissagung über Bethlehem als Geburtsort des Messias (vgl. Mt 2,6). In der dritten Rede (Kap. 6-7) mahnt der Herr sein Volk noch einmal und sucht ihr Gewissen zu erreichen, um sie zur Buße zu bringen. Die Botschaft Michas klingt aus in einer Antwort des bußfertigen Überrestes von Israel und in der Verheißung der Wiederherstellung Israels durch seinen erbarmenden und vergebenden Gott (7,7-20).

Das Buch des Propheten Nahum

Einführung

Der Prophet Nahum (»Trost / Tröster«) verfaßte seine Botschaft vermutlich zwischen 650 und 630 v. Chr. (nach dem Fall Thebens 663 und vor dem Fall Ninives 612); er lebte wohl in Juda. Gott gab Nahum eine Gerichtsbotschaft über Ninive, die Hauptstadt des mächtigen Assyrerreiches. In ihr offenbart sich Gott als der Rächende, Vergeltende, der sein Gericht hinausführt, auch wenn er lange zuwartet (1,2-6). Ninive wird die Vergeltung für seine Anschläge gegen den Herrn empfangen (hierbei wird wohl auch auf die Lästerungen des Rabschake bei der Belagerung Jerusalems angespielt; vgl. 1,11; 2Kö 18,19-25). Juda aber wird sich noch der Hilfe des Herrn erfreuen können (1,7; 2,1). Im Kap. 2 finden wir eine dramatische Beschreibung des Untergangs von Ninive, der vom Herrn herbeigeführt wird. In Kap. 3 wird das Gericht über Ninive mit seiner Blutrünstigkeit und seinem hurerischen, zauberischen Wesen begründet; hier finden sich Anklänge an die Hure Babylon in der Offenbarung (Nah 3,4 u. Offb 17,1-2; 18,3.23), wie überhaupt das Gericht über das alte Assyrien vorschattende Bedeutung auch für die endzeitlichen Gerichte über die heidnischen Mächte hat.

Das Buch des Propheten Habakuk

Einführung

Der Prophet Habakuk (»Umarmer« / »Der sich [an Gott] klammert«) wirkte in Juda etwa 620 bis 605 v. Chr., d.h. in der Zeit vor der Einnahme Jerusalems durch Nebukadnezar (vgl. den Hinweis auf die kommende chaldäische Bedrohung in 1,6); er war also ein Zeitgenosse Jeremias. Das von Habakuk geschriebene Buch ist dadurch besonders gekennzeichnet, daß es keine direkte Botschaft an das Volk enthält, sondern die Zwiesprache des Propheten mit dem Herrn aufzeichnet. In Kap. 1 klagt der Prophet über die zunehmende Gesetzlosigkeit im Volk, der Gott scheinbar untätig zusieht. Der Herrantwortet mit der Ankündigung des Gerichts durch die Chaldäer. Habakuk betet darum, daß auch diese Züchtigung ein Ende haben soll. Im Kap. 2 kündigt der Herr auf die Klage Habakuks hin das Ende der chaldäischen Weltmacht an. Hier finden wir den so bedeutsamen Satz »Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben« (2,4), der im NT gleich dreimal aufgegriffen wird (Röm 1,17; Gal 3,11; Hebr 10,38). Im Kap. 3 ist ein bewegendes Gebet Habakuks festgehalten, das einem Psalm ähnelt und einen Ausblick auf die endliche Rettung Israels durch den Messias enthält.

Das Buch des Propheten Zephanja

Einführung

Der Prophet Zephanja (»Der Herr verbirgt« bzw. »Den der Herr verborgen hat«) wirkte zur Zeit des Königs Josia (640 bis 609 v. Chr.), vermutlich in der ersten Hälfte seiner Regierungszeit, in der Hauptstadt Jerusalem. Er bezeichnet sich als Nachfahre Hiskias, und viele Ausleger nehmen an, daß damit der König Hiskia gemeint ist. Zephanja ist ein Zeitgenosse Jeremias und Habakuks und der letzte vorexilische Prophet. Seine Ankündigung des bevorstehenden Gerichts der Zerstörung für Juda ist durchzogen vom Ausblick auf den endzeitlichen großen Gerichtstag des Herrn, der in seiner Botschaft eine besondere Rolle spielt. Er wird gleich in Kap. 1 in sehr ernsten Worten angekündigt. Dem Gericht über das abgefallene Juda zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft entspricht das endzeitliche Gericht in der großen Drangsal. In Kap. 2 findet sich ein letzter Aufruf zur Umkehr an das verstockte »Volk ohne Scham«. Das Gericht über die umliegenden Heidenvölker, das in 2,4-15 noch einmal angekündigt wird, sollte eigentlich Juda zur Umkehr führen. Aber Jerusalem, die widerspenstige und befleckte und grausame Stadt, läßt sich nicht warnen (3,1-7). Deshalb muß sie warten bis zu der Zeit des Endes, wenn der Herr das Gericht beendet und Gnade und Frieden für den Überrest Israels und der Heidenvölker schenkt. Dann wird der Herr, der König Israels, der Messias, in seiner Mitte sein, und Zion wird jauchzen und sich freuen auf ewig.

Das Buch des Propheten Haggai

Einführung

Der Prophet Haggai (»Meine Feste / Mann des Festes«, von hebr. chag = das Fest [des Herrn]) ist der erste nachexilische Prophet, d.h. er weissagte zur Zeit der Rückkehr eines Überrests der Judäer aus der babylonischen Gefangenschaft nach Juda und Jerusalem. Er war wohl mit dem ersten großen Zug von Juden unter Serubbabel und Jeschua ca. 537/536 v. Chr. zurückgekehrt. Im Buch Esra finden wir den geschichtlichen Hintergrund der Situation, in der Haggai die Botschaft Gottes ausrichtet: Der Aufbau des Tempels begann 536 und wurde später unterbrochen, als die Juden aufgrund des Widerstandes ihrer heidnischen Nachbarn entmutigt das Werk aufgaben (vgl. Esr Kap. 1-4). Der Prophetendienst Haggais und Sacharjas im Jahr 520 sollte sie wieder anspornen und führte dazu, daß der Tempel schließlich vollendet werden konnte (vgl. Esr 5,1-2; 6,14). Das Buch kann in fünf Botschaften eingeteilt werden: In der ersten Botschaft (1,1-11) ermahnt der Herr durch Haggai den selbstsüchtigen und trägen Überrest der Judäer, weil sie das Haus des Herrn vernachlässigten und dafür sich selbst getäfelte Häuser bauten. Mißernte und Mangel waren Gottes Züchtigung dafür. Die zweite Botschaft folgt in 1,12-15, als die Judäer sich diese Mahnung zu Herzen nehmen; Gott ermutigt sie mit der Verheißung »Ich bin mit euch«, und das Werk des Tempelbaus geht weiter. Die dritte Botschaft finden wir in 2,1-9; sie enthält ebenfalls Worte der Ermutigung, dazu einen Ausblick auf die Endzeit, wenn Himmel und Erde erschüttert werden und der Messias, das Ersehnte aller Heidenvölker, kommen wird. Die vierte Botschaft (2,10-19) ist eine Mahnung zur Heiligung für das Volk, während die fünfte Botschaft (2,20-23) wieder einen ermutigenden Ausblick auf den künftigen Tag des Herrnund die Herrschaft des Messias enthält, von dem Serubbabel, der Sproß Davids, nur eine Vorschattung ist.

Das Buch des Propheten Sacharja

Einführung

Der Prophet Sacharja (»Der Herr gedenkt«) ist der bedeutendste der nachexilischen Propheten; er war vermutlich Priester (vgl. Neh 12,16) und wurde, wenn sich Mt 23,35 auf ihn bezieht, von den Juden später umgebracht. Er begann seinen Dienst wie Haggai im Jahr 520 v. Chr. (vgl. Esr 5,1; 6,14). Aber seine Prophetien haben eine wesentlich weitere Perspektive als die Haggais. Der 1. Teil des Buches enthält Sacharjas datierte Botschaften während des Tempelbaus (Kap. 1-8); der zweite Teil dann undatierte, vermutlich einige Zeit später geoffenbarte Botschaften über die künftige Herrlichkeit des Messias (Kap. 9-14). Die Offenbarungen des Herrn durch Sacharja beginnen mit einem Aufruf zur Buße (1,1-6). Danach spricht der Herr zu Sacharja in acht nächtlichen Gesichten. Diese haben alle tröstenden Charakter und sollen den bedrängten und entmutigten Juden zeigen, daß Gott noch eine Zukunft für ihr Volk hat. Diese zukünftige Wiederherstellung Israels und Jerusalems ist unauflöslich mit dem Kommen des Messias verbunden, der hier »Sproß« genannt wird (Kap. 1-6). In Kap. 7-8 wird die Anfrage einiger Juden wegen ihres Fastens vom Herrn genutzt, um den Überrest von Juda zu ermahnen und zu ermuntern. Im letzten Teil (Kap. 9-14) gibt Sacharja zwei Offenbarungsbotschaften weiter, die die Friedensherrschaft des Messias zum Inhalt haben. In der ersten Botschaft (Kap. 9-11) wird die Ankündigung des Gerichts über die Feinde Israels verbunden mit der Ankündigung des ersten Kommens des Messias: »Siehe, dein König kommt zu dir ...« (9,9; vgl. Mt 21,5). Im 11. Kapitel wird die Verwerfung des Messias angedeutet. Der zweite Ausspruch (Kap. 12-14) ist von großer Bedeutung für die Endzeit: Jerusalem soll zum Laststein und Taumelbecher für alle Völker werden, und dann wird das zweite Kommen des Messias erfolgen, und Israel wird ihn erkennen und zu ihm umkehren: »Sie werden auf mich blicken, den sie durchstochen haben« (12,10). Im 13. Kapitel wird der Tod des Messias angekündigt: »Schwert, erwache gegen meinen Hirten« (V. 7), und das Läuterungsgericht über Israel. Darauf folgt die sichtbare Ankunft des Herrn, des Messias, auf dem Ölberg, der Israel aus seiner Drangsal erretten wird (Kap. 14).

Das Buch des Propheten Maleachi

Einführung

Der Prophet Maleachi (»Mein Bote« od. Kurzform v. Malachjah = »Bote des Herrn«; vgl. 2,7; 3,1) ist der letzte Prophet des AT. Er wirkte entweder während Nehemias mehrjähriger Abwesenheit von Jerusalem (vgl. Neh 13,6-7) d.h. etwa 435 v. Chr., oder nach Nehemia, um 400 v. Chr. unter dem zurückgekehrten Überrest von Juda in Jerusalem. Die Juden waren nach dem erwecklichen Anfang unter Esra und Nehemia in religiöses Formenwesen, heidnische Mischehen und Mißachtung Gottes verfallen, und der Herr muß sie durch Maleachi ernst zurechtweisen. Doch der Prophet beginnt mit der Erklärung der unwandelbaren Liebe Gottes zu seinem Volk (1,1-5). Dann tadelt der Herrdie Dreistigkeit und Vermessenheit, mit der die Juden und insbesondere die Priester den Herrn und seine Opfer verachteten (1,6-14). Die Priester werden gemahnt und an den Bund Gottes mit Levi erinnert, den sie gebrochen haben (2,1-9). Sodann tadelt der Herrdie Ehen mit ausländischen Frauen, die den Götzen dienten. Viele Juden hatten ihre jüdischen Ehefrauen außerdem verstoßen und damit eine doppelte Sünde begangen. Der Herr sagt ihnen deutlich, daß er die Ehescheidung haßt, und daß sie damit ihren Auftrag, eine heilige Nachkommenschaft für Gott aufzuziehen, verraten hatten (2,10-17). In Kap. 3 wird der Bote des Herrn angekündigt und dann der Tag des Herrn, der für die abtrünnigen Juden Gericht bringen wird (3,1-6). Der Haltung der Mehrzahl der Judäer, die trotzig waren und den Herrn mißachteten, wird das Verhalten der gottesfürchtigen Juden gegenübergestellt (3,7-21). Den Abschluß bildet die Mahnung, auf das Gesetz Moses zu achten, und die Ankündigung des Propheten Elia, der das Volk vorbereiten soll auf die Wiederkunft des Messias. Auf diese Botschaft folgt ein vierhundertjähriges Schweigen Gottes, bis Johannes der Täufer auftritt und mit Berufung auf die Botschaft Maleachis dem Volk den Messias ankündigt (vgl. Mk 1,2; Mt 17,10-13).

Spätschriften des Alten Testaments  meine Bibel-Sammlung...

 

Das Neue Testament

Inhalt*

Evangelien*

·         Das Evangelium nach Matthäus

·         Das Evangelium nach Markus

·         Das Evangelium nach Lukas

·         Das Evangelium nach Johannes

 

Apostelgeschichte*

·         Die Apostelgeschichte

 

Paulinische Briefe

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Römer

 

Der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther

 

Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Korinther

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Galater

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Epheser

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper

 

Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser

 

Der erste Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher

 

Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher

 

Der erste Brief des Apostels Paulus an Timotheus

 

Der zweite Brief des Apostels Paulus an Timotheus

 

Der Brief des Apostels Paulus an Titus

 

Der Brief des Apostels Paulus an Philemon

 

Der Brief an die Hebräer

 

Katholische  Briefe

 

·         Der Brief des Jakobus

 

·         Der erste Brief des Apostels Petrus

 

·         Der zweite Brief des Apostels Petrus

 

·         Der erste Brief des Apostels Johannes

 

·         Der zweite Brief des Apostels Johannes

 

·         Der dritte Brief des Apostels Johannes

 

·         Der Brief des Judas

 

 

Offenbarung


·      Die Offenbarung Jesu Christi durch Johannes



Das Evangelium nach Matthäus

Einführung

Das Matthäus-Evangelium wurde nach dem zuverlässigen Zeugnis der frühchristlichen Überlieferung von dem Apostel Matthäus (auch Levi genannt; vgl. Mt 9,9-13), einem Augenzeugen Jesu Christi, zwischen 40 und 60 n. Chr. niedergeschrieben. Er stellt Jesus Christus als den verheißenen Messias (gr. Christus) und König Israels dar, der von seinem Volk verworfen wird. Zahlreiche Hinweise auf erfüllte Prophetien des AT, der Stammbaum und die messianischen Wunderzeichen erweisen Jesus von Nazareth als den Sohn Davids, den Erlöser-König. Das Matthäus-Evangelium ist damit ein von Gott gegebenes Bindeglied zwischen AT und NT, das zeigt, wie die Botschaft des NT die Offenbarung des AT erfüllt und weiterführt. Es berichtet über fünf große Reden Jesu Christi, u.a. die Bergpredigt (Kap. 5-7) und die Endzeitrede über die Wiederkunft des Messias (Kap. 24-25) und handelt besonders ausführlich vom Königreich der Himmel, das auch in Gleichnissen dargestellt wird (Kap. 13). Wie alle Evangelien schließt es mit dem Zeugnis vom Opfertod Jesu Christi am Kreuz und seiner Auferstehung.

Das Evangelium nach Markus

Einführung

Das Markus-Evangelium wurde von Johannes Markus, dem Neffen des Barnabas und Mitarbeiter von Paulus und Petrus, etwa 63-68 n. Chr. geschrieben (vgl. Apg 12,12.25; 2Tim 4,11). In ihm wird Jesus Christus in besonderer Weise als Dienender gezeigt, als der vollkommene Knecht Gottes, der auf die Erde kam, »um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele« (10,45). Es berichtet daher auch mehr über Taten als über Worte Jesu. Markus war kein Apostel; er zeichnete nach Aussagen früher christlicher Schreiber das Zeugnis des Apostels Petrus auf, dessen Mitarbeiter er damals war. Einige Besonderheiten des Evangeliums bestätigen dies. Sein Evangelium richtet sich in erster Linie an nichtjüdische Leser, denen er zahlreiche Gebräuche und Ausdrücke erklärt.

Das Evangelium nach Lukas

Einführung

Das Lukas-Evangelium wurde etwa 59-64 n. Chr. von Lukas geschrieben, einem Arzt, der ein enger Mitarbeiter des Apostels Paulus war (vgl. Kol 4,14). Es wendet sich vorwiegend an nichtjüdische Leser und zeigt Jesus Christus in besonderer Weise als den menschgewordenen Sohn Gottes voll Erbarmen und Liebe und als Erlöser und Retter für die ganze Welt: »Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist« (19,10). Lukas hat diesen historischen Bericht unter der Leitung des Heiligen Geistes auf das Zeugnis der Apostel und anderer Augenzeugen aufgebaut, die er persönlich befragte. Das Lukas-Evangelium enthält die ausführlichste Schilderung der Ereignisse vor der Geburt Jesu Christi und während seiner Kindheitszeit (Kap. 1-3). Es enthält zahlreiche Gleichnisse über Errettung, die in keinem anderen Evangelium erwähnt werden (z.B. vom barmherzigen Samariter, vom reichen Narren und vom verlorenen Sohn).

Das Evangelium nach Johannes

Einführung

Das Johannes-Evangelium wurde von dem Apostel Johannes (vgl. Joh 21,20-24) etwa 85-90 n. Chr. verfaßt, vermutlich in Ephesus. Als Augenzeuge der göttlichen Herrlichkeit Jesu wurde er vom Heiligen Geist geleitet, Jesus Christus besonders als den Sohn Gottes zu offenbaren und als den, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Johannes betont, daß die Menschen nur durch den Glauben an Jesus Christus ewiges Leben empfangen und Gottes Kinder werden können (vgl. 1,12; 3,14-18; 3,36; 6,33.40.47; 14,6; 20,30-31). Sein Zeugnis ergänzt in vieler Hinsicht die anderen Evangelien; es berichtet über viele Handlungen und Lehren des Herrn Jesus Christus, die die anderen Evangelienschreiber nicht erwähnen, und läßt dafür vieles aus, was jene berichten. Es beginnt mit dem Zeugnis von der Gottheit und Herrlichkeit des Sohnes als des ewigen Wortes, das Fleisch wurde, d.h. wahrer Mensch (Kap. 1); es bezeugt die Notwendigkeit der Wiedergeburt und des Glaubens für die Errettung eines Menschen (Kap. 3); es offenbart Christus in den sieben »Ich bin«-Worten und berichtet von seinen Abschiedsreden an die Jünger sowie vom hohepriesterlichen Gebet Jesu (Kap. 13-17). Ziel und Zweck des Evangeliums finden wir in Joh 20,31.

Die Apostelgeschichte

Einführung

Die Apostelgeschichte (w. »Taten der Apostel«) wurde wie das Lukas-Evangelium von dem Arzt Lukas ca. 60-64 n. Chr. geschrieben, einem Gehilfen und Begleiter des Apostels Paulus (Kol 4,14). Sie ist ein inspirierter geschichtlicher Bericht über das Wirken des erhöhten Christus durch seine Apostel und über die Ausbreitung des Evangeliums von Christus von Jerusalem bis an die Enden der Erde. Am Beginn steht die Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten und damit die Entstehung der Gemeinde aus dem gläubigen Überrest Israels, gefolgt von der Verkündigung der Botschaft von dem auferstandenen Christus an Israel, die von den Führern Israels verworfen wird (Kap. 1-7). Von da an schildert die Apostelgeschichte den Übergang von Gottes Heilshandeln von Israel zu den Heiden, die Ausbreitung des Evangeliums in Samaria, die Berufung des Paulus und die Bekehrung der ersten Heiden zu Christus (Kap. 8-12). Daran schließt sich der Bericht über den Dienst des Paulus als Apostel der Heiden in Kleinasien und Griechenland an (Kap. 13-28). Das Buch zeigt das Wirken des Heiligen Geistes bei der Evangeliumsverkündigung und beim Aufbau der jungen Gemeinden und vermittelt viele Informationen zum Verständnis der apostolischen Lehrbriefe.

Der Brief des Apostels Paulus an die Römer

Einführung

Der Apostel Paulus schrieb den Römerbrief während seiner dritten Missionsreise (ca. 56 n. Chr.) aus Korinth. Er lehrt ausführlich das Evangelium, die Heilsbotschaft Gottes von Jesus Christus. Er macht klar, daß alle Menschen in Gottes Augen verlorene Sünder sind und durch keinerlei eigene Bemühungen (»Werke«) vor Gott gerecht werden können. Gott selbst schafft ihnen aus Gnade eine vollkommene Gerechtigkeit durch das Sühnopfer seines Sohnes am Kreuz: Das stellvertretende Sterben Jesu Christi für uns, sein am Kreuz für uns vergossenes Blut sühnt unsere Schuld rechtswirksam vor Gott. Diese von Christus gewirkte »Gerechtigkeit Gottes« wird dem angerechnet, der sie im Glauben annimmt (Kap. 1-5). Der Gläubige wird durch die Wiedergeburt und den Empfang des Heiligen Geistes in eine Todes- und Lebensgemeinschaft mit Christus gebracht, die ihn befähigt, in der Kraft eines neuen Lebens für Gott zu leben (Kap. 6-8). Auch Israel, das beiseitegesetzt wurde, weil es den Messias verwarf, wird am Ende der Zeiten wieder in Gottes souveränes Heilshandeln einbezogen (Kap. 9-11). Der letzte Abschnitt des Briefes (Kap. 12-16) lehrt die Gläubigen, wie sie angesichts der empfangenen Gnade Gottes ein hingegebenes, von der Liebe Jesu Christi bestimmtes Leben nach dem Willen Gottes führen können.

Der erste Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Einführung

Der Apostel Paulus schrieb den 1. Korintherbrief etwa 54-56 n. Chr. während seines Aufenthalts in Ephesus. Sein Hauptzweck ist, die Gemeinde in Korinth (vgl. Apg 18,1-18) wie auch alle Gläubigen weltweit über die geistliche Ordnung in der Gemeinde Gottes zu unterweisen. Die junge Gemeinde in der sittlich verderbten Großstadt hatte mit heidnischen Einflüssen und der fleischlichen Haltung der noch unreifen Gläubigen, mit Parteigeist, Hochmut, Gleichgültigkeit gegenüber der Sünde und Mißbrauch von Gnadengaben zu kämpfen. Paulus lehrt sie, wie sie sich richtig verhalten und nach den Ordnungen Gottes leben sollten. Wir finden daher viele praktische Anweisungen über Ehe und Ehescheidung, über das Verhalten der Frauen in der Gemeinde, über das Mahl des Herrn, über Gemeindezucht und den rechten Gebrauch von Gnadengaben (Kap. 12-14). Paulus widerlegt auch falsche Lehren über die Auferstehung der Gläubigen und belehrt sie über die Bedeutung der Auferstehung in Gottes Heilsplan (Kap. 15).

Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Korinther

Einführung

Der Apostel Paulus verfaßte den 2. Korintherbrief etwa 55-57 n. Chr. in Mazedonien. Seine Absicht ist hauptsächlich die Bereinigung des gespannten Verhältnisses zu den Korinthern. Einige sprachen Paulus die göttliche Berufung zum Aposteldienst ab und verleumdeten ihn, so daß er gezwungen war, sich zu verteidigen. Diese Umstände nimmt der Geist Gottes zum Anlaß, um uns durch Paulus ein eindrückliches Vorbild für die Gesinnung und den Wandel eines Dieners des Herrn vor Augen zu stellen (Kap. 1-7; 10-13). Die Worte des Apostels haben schon ungezählten Gläubigen Trost und Ermutigung in Anfechtungen und Bedrängnis gegeben. Die Sammlung von Gaben für die notleidenden Gläubigen in Judäa gibt Anlaß zu Belehrungen über freudiges, freiwilliges Geben (Kap. 8-9). Der Brief enthält aber auch wichtige Aussagen über die Beziehung des Gläubigen zu Christus (u.a. 3,17-18; 4,1-6; 5,14-21), über die Gefahr der Verführung in der Gemeinde (Kap. 11) und die notwendige Trennung der Gläubigen von der Welt und verkehrten Einflüssen (6,14-7,1).

Der Brief des Apostels Paulus an die Galater

Einführung

Diesen Brief schrieb der Apostel Paulus vermutlich um 50 n. Chr. an verschiedene Gemeinden in der römischen Provinz Galatien im Gebiet der heutigen Türkei (vgl. Apg 16,6; 18,23). Der Brief diente vor allem der Abwehr gegen Irrlehrer aus Jerusalem, die behaupteten, die Gläubigen müßten sich beschneiden lassen und das Gesetz des Mose halten, um gerettet zu werden. Zugleich stellten sie die Autorität von Paulus als Apostel der Heiden in Frage. Paulus betont dagegen den göttlichen Ursprung des von ihm verkündigten Evangeliums der Gnade und begegnet ihren Verleumdungen mit einem persönlichen Zeugnis (Kap. 1-2). Er belehrt die Galater aus der Schrift darüber, daß die Gläubigen in Christus dem mosaischen Gesetz nicht unterworfen sind und ihre Errettung allein durch den Glauben an Christus geschieht; diese Ausführungen weisen viele Bezüge zum Römerbrief auf (Kap. 3-4). Er zeigt ihnen auch, daß die Freiheit in Christus nie eine Freiheit für das Fleisch und die Sünde sein kann und lehrt sie, in der Kraft des Heiligen Geistes zu leben (Kap. 5-6).

Der Brief des Apostels Paulus an die Epheser

Einführung

Der Apostel Paulus hat den Epheserbrief vermutlich um 60 n. Chr. aus der Gefangenschaft in Rom geschrieben; er ist an die Gläubigen in Ephesus gerichtet, einer damals bedeutenden Welt- und Hafenstadt an der Küste Kleinasiens (vgl. Apg 19). Im ersten Teil (Kap. 1-3) enthält er grundlegende Lehre über die Ratschlüsse Gottes mit der Gemeinde, die zuvor ein Geheimnis waren, nun aber von Paulus geoffenbart wurden. Paulus zeigt den Gläubigen den Reichtum an Gnade und die Segnungen, die Gott der Vater in Christus für seine geliebten Kinder bereithält, die Stellung der Gläubigen in Christus und das Wesen der Gemeinde als Leib des Christus. Im zweiten Teil (Kap. 4-6) zeigt der Apostel, wie die Gläubigen ihre himmlische Stellung und Berufung in Christus in einem heiligen, geistlich fruchtbaren Lebenswandel verwirklichen können, sowohl als Gemeinde (4,1-16) als auch im persönlichen Leben (4,17-5,21). Die gottgewollte Beziehung zwischen Mann und Frau wird ausführlich und tiefgründig behandelt, aber auch die Beziehung zwischen Kindern und Eltern und zwischen Vorgesetzten und Untergebenen (5,22-6,9). Der Brief schließt mit der Ermahnung, den geistlichen Kampf, in den jeder Gläubige gestellt ist, recht zu führen und dabei die Waffenrüstung Gottes und besonders das Gebet zu gebrauchen (6,10-20).

Der Brief des Apostels Paulus an die Philipper

Einführung

Der Philipperbrief wurde von dem Apostel Paulus etwa 61-63 n. Chr., gegen Ende seiner ersten Gefangenschaft in Rom, geschrieben und ist an die Gemeinde in der römischen Kolonie Philippi in Mazedonien (Griechenland) gerichtet (vgl. Apg 16,11-14). Diese Gemeinde, die offensichtlich Verfolgung erleiden mußte, nahm regen Anteil an seinem Dienst und sandte ihm durch einen Boten, Epaphroditus, Unterstützung nach Rom. In seinem Dankesbrief lobt Paulus besonders ihre geistliche Gesinnung und ermuntert sie, in der Gesinnung des Christus zu wachsen; dabei stellt er ihnen den Herrn selbst als Vorbild hin (2,5-11). Das persönliche Bekenntnis des Paulus (Kap. 3) zeigt uns das Vorbild eines geistlich reifen Dieners des Christus, der ganz für seinen Herrn lebt, dem Christus alles geworden ist. Die Freude mitten in Anfechtungen, die herzliche Liebe Jesu Christi und die völlige Hingabe an den Herrn bilden den Grundton dieses Briefes.

Der Brief des Apostels Paulus an die Kolosser

Einführung

Der Kolosserbrief wurde von dem Apostel Paulus etwa 60 n. Chr. aus der ersten Gefangenschaft in Rom geschrieben. Er ist an die Gemeinde der Stadt Kolossä in Kleinasien gerichtet, die östlich von Ephesus liegt. Sein Anlaß ist u.a. das Auftreten von Irrlehrern, die durch heidnisch-gnostisches Gedankengut beeinflußt waren und die Gläubigen für asketisch-mystisch geprägte Lehren gewinnen wollten. Demgegenüber betont der Brief die Vorrangstellung Jesu Christi, des Sohnes und Ebenbildes Gottes (Kap. 1), in dem die ganze Fülle Gottes wohnt, und sein vollkommenes Erlösungswerk am Gläubigen, zu dem nichts hinzugetan werden muß. Paulus zeigt den Gläubigen, daß sie ihrer Stellung nach mit Christus gestorben und auferstanden und in den Himmel versetzt sind. Deshalb sollten sie sich nicht von irdisch-äußerlichen, menschengemachten religiösen Vorschriften von Christus ablenken lassen (Kap. 2). Christus allein genügt für den Gläubigen völlig – das ist die zentrale Botschaft des Kolosserbriefes. Daraus ergeben sich Konsequenzen für das praktische Leben, auf die im dritten Abschnitt des Briefes eingegangen wird (Kap. 3-4).

Der erste Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher

Einführung

Etwa 50 n. Chr. schrieb Paulus diesen Brief vermutlich aus Korinth an die Gemeinde in der blühenden mazedonischen Handels- und Provinzhauptstadt Thessalonich. Paulus will die durch seine Verkündigung entstandene junge Gemeinde (vgl. Apg 17,1-9), die bereits schwere Verfolgungen erdulden mußte, ermuntern und in der Hoffnung auf den wiederkommenden Herrn bestärken. Am Vorbild des Paulus sehen wir die Haltung, mit der Gott das Evangelium verkündigt haben will (1,5; 2,1-12), sowie die liebevolle Fürsorge des Dieners Gottes für die Gemeinde (3,1-13). Paulus zeigt den Gläubigen die Wichtigkeit der Heiligung in ihrem Leben (4,1-8) und unterweist sie über die Auferstehung der Toten in Christus sowie die Entrückung der Gemeinde (4,13-18). Er betont, wie wichtig Wachsamkeit und Nüchternheit sowie geistliche Gemeinschaft und Ermunterung für die Gläubigen sind.

Der zweite Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher

Einführung

Dieser Brief wurde von dem Apostel Paulus etwa 50 n. Chr. vermutlich aus Korinth an die Gemeinde in Thessalonich geschrieben. In der verfolgten Gemeinde war offensichtlich Verwirrung aufgetreten, ausgelöst durch Irrlehrer und falsche Offenbarungen. Manche meinten wohl, der »Tag des Christus«, d.h. der im AT bezeugte schreckliche Gerichtstag des Herrn sei bereits angebrochen (2Th 2,1-3), und waren deshalb beunruhigt oder gaben sogar ihr geregeltes Leben auf. Paulus ermuntert die angefochtenen Gläubigen zunächst wegen der Verfolgungen, die sie erdulden mußten, indem er sie auf den kommenden Triumph hinweist, den sie im Gefolge des zum Gericht kommenden Christus erleben dürfen (Kap. 1). Er zeigt ihnen dann, daß dieses Kommen des Herrn Jesus Christus noch nicht geschehen sein konnte, weil es an bestimmte Voraussetzungen gebunden war, u.a. den Abfall der Christenheit und das Auftreten des »Menschen der Sünde«. Er zeigt, daß das Kommen des Antichristen nach Gottes Ratschluß von falschen Wunderzeichen und dem Wirken von Verführungsmächten gekennzeichnet sein wird, denen alle verfallen werden, die die Wahrheit nicht lieben; die gläubigen Thessalonicher dagegen durften zuversichtlich sein, daß Gott sie rettet (Kap. 2). Was sie nun brauchten, war der Blick auf die Treue des Herrn und Nüchternheit und Zucht in ihrem Lebenswandel (Kap. 3).

Der erste Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Einführung

Der Apostel Paulus schrieb diesen Brief etwa 64-65 n. Chr. vermutlich aus Mazedonien an seinen Gehilfen Timotheus in Ephesus. Es ist davon auszugehen, daß sich Paulus zur Zeit der Abfassung auf seiner letzten Missionsreise befand, nach seiner Freilassung aus der ersten römischen Gefangenschaft und vor seiner Verhaftung, die ihn wieder nach Rom in die Gefangenschaft führte. Dies ist eine der letzten Schriften des Paulus. Er enthält Aussagen über bevorstehende verderbliche Entwicklungen in der Gemeinde Gottes, wie sie nach der Apostelzeit auch eintraten. Paulus gibt Anweisungen an treue Diener Gottes, wie der Dienst im Haus Gottes in einer Zeit des geistlichen Niedergangs und der Verführung durchgeführt werden soll. Dabei behandelt er u.a. die wahre Gottesfurcht der Gläubigen, die Bedeutung der gesunden Lehre, das Gebet der Gemeinde, die Stellung der Frau, den Dienst der Aufseher (Ältesten) und Diener (Diakonen) sowie den Umgang mit Geld.

Der zweite Brief des Apostels Paulus an Timotheus

Einführung

Dieser Brief wurde von dem Apostel Paulus am Ende seines Lebens, etwa 66 n. Chr., aus der zweiten römischen Gefangenschaft an seinen Gehilfen Timotheus geschrieben. Er enthält in gewissem Sinn das geistliche Vermächtnis des Apostels an die nachfolgenden Generationen von Gläubigen, die angesichts der Verführung und des Abfalls in der Christenheit den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen haben. Daher betont Paulus seinen apostolischen Auftrag, das Wort Gottes zu verkündigen, und ermahnt Timotheus, dieses Wort Gottes, das »edle anvertraute Gut«, mit aller Kraft zu verteidigen, zu lehren und zu verkündigen. Der Geist Gottes gibt durch den letzten Brief des Paulus prophetische Ausblicke auf die endzeitliche Verderbnis in der Christenheit und warnt vor der Verführung in der Gemeinde. Für alle, die ihrem Herrn treu bleiben wollen, gibt der 2. Timotheusbrief wichtige Anweisungen für geistlich fruchtbaren Dienst.

Der Brief des Apostels Paulus an Titus

Einführung

Etwa 65 n. Chr. wurde dieser Brief von dem Apostel Paulus an seinen Mitarbeiter Titus (vgl. Gal 2,1-3 u.a.) nach Kreta geschrieben. Er steht dem 1. Timotheusbrief inhaltlich nahe. Zunächst gibt Paulus Richtlinien für den Dienst der Ältesten oder Vorsteher und mahnt zur entschiedenen Abwehr gegen Verführer und Anhänger von Irrlehren (Kap. 1). Dann geht Paulus auf das Leben der Gläubigen ein, die durch ihren praktischen Wandel die heilbringende Gnade Gottes bezeugen und durch gute Werke ihren Herrn und Erlöser ehren sollen. Dabei legt Paulus besonderen Wert auf geistliche Charaktereigenschaften wie Besonnenheit, Nüchternheit, Ehrbarkeit, Heiligkeit, die sich klar von der moralischen Verdorbenheit dieser Welt abgrenzen (Kap. 2-3).

Der Brief des Apostels Paulus an Philemon

Einführung

Diesen Brief schrieb der Apostel Paulus um etwa 60 n. Chr. (zusammen mit dem Kolosserbrief) aus der ersten Gefangenschaft in Rom. Er ist der kürzeste und persönlichste Brief des Apostels im NT. Paulus schreibt dem Christen Philemon aus der Gemeinde in Kolossä, der offensichtlich durch ihn zum Glauben kam, und verwendet sich für den Sklaven Onesimus, der dem Philemon entlaufen war und durch Paulus in Rom zu Christus gefunden hatte. Mit diesem Begleitschreiben sandte er ihn zu seinem Herrn zurück. Der Brief ist ein schönes Beispiel für die herzliche Liebe und ungeheuchelte Demut, die Paulus kennzeichneten.

Der Brief an die Hebräer

Einführung

Von einem ungenannten Verfasser zwischen 60 und 68 n. Chr. geschrieben (viele Ausleger gehen davon aus, daß es der Apostel Paulus war), richtet sich dieser Brief an eine Gemeinde oder größere Gemeinschaft von Christen jüdischer Herkunft (»Hebräer«). Sein Ziel ist zunächst, diese Gläubigen davor zu warnen, unter dem Druck der Verfolgung Jesus Christus als den Messias zu verleugnen. Doch der Hebräerbrief richtet sich darüber hinaus an alle Gläubigen und enthält wichtige Offenbarungen Gottes über seinen Sohn. Er zeigt, daß die Herrlichkeit Jesu Christi, des Sohnes Gottes, hoch erhaben ist über alle Engel und Geschöpfe (Kap. 1). Er bezeugt die Überlegenheit des himmlischen Hohepriestertums Jesu Christi, der seinen Dienst im wahren, himmlischen Heiligtum ausübt, und dessen vollkommenes Sühnopfer eine vollkommene Errettung bewirkt. Dagegen sind die Opfer im irdischen Heiligtum unvollkommen, und der aaronitische Priesterdienst ist nur ein Schattenbild des himmlischen (Kap. 2,17-10,25). Der Brief enthält auch viele Ermunterungen für die Gläubigen, die auf das Vorbild der at. Glaubenshelden hingewiesen werden (Kap. 11) und ermuntert werden, auf Jesus Christus zu schauen und so alle Versuchungen zu überwinden (Kap. 12). Der Brief schließt mit praktischen Ermahnungen für die Gemeinde (Kap. 13).

Der Brief des Jakobus

Einführung

Dieser Brief wurde vermutlich von Jakobus, dem Bruder des Herrn Jesus Christus, einem der Leiter der Gemeinde in Jerusalem, zwischen 40 und 49 n. Chr. geschrieben und dürfte eine der ältesten neutestamentlichen Schriften sein. Er ist offenkundig an Judenchristen gerichtet, die zerstreut unter den Heiden lebten, doch der Heilige Geist hat in ihm wertvollen Zuspruch für alle Gläubigen gegeben. Jakobus spornt an zu einem praktischen, konsequenten Glaubensleben, das sich auch in der Anfechtung bewährt (1,1-18), und ermahnt uns, Täter des Wortes Gottes und nicht nur Hörer zu sein (1,19-27). Er warnt vor dem Ansehen der Person (2,1-13). Wahrer Glaube zeigt sich immer in entsprechenden Taten (»Werken«); ein bloßes Lippenbekenntnis kann niemand retten (2,14-26). Diese Aussage steht nicht im Widerspruch zu der Lehre des Römerbriefes, daß kein Mensch durch Werke des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern allein durch den Glauben. Jakobus warnt ernst vor den Sünden der Zunge (3,1-12), vor Streitsucht und Begehrlichkeit und vor der Freundschaft mit der Welt, die Feindschaft gegen Gott ist (3,13-5,6). Eine Ermunterung zum geduldigen Ausharren und zum gläubigen, ernstlichen Gebet beschließt den Brief (5,7-20).

Der erste Brief des Apostels Petrus

Einführung

Der Apostel Petrus schrieb diesen Brief etwa 60-63 n. Chr. an eine Reihe von Gemeinden in Kleinasien, die unter Verfolgung zu leiden hatten. Er ist ein ermutigender Trost- und Erbauungsbrief für alle Gläubigen, besonders für solche, die angefochten und verfolgt sind. Petrus stellt seinen Lesern zunächst die Hoffnung der Christen vor Augen, das himmlische Erbe und die Vereinigung mit Christus, angesichts dessen alle Prüfungen ertragen werden können (1,1-12) und mahnt sie zu einem heiligen Wandel (1,13-25). Er zeigt ihnen ihre hohe Berufung als das Haus Gottes und das heilige Priestertum (2,1-10) und lehrt sie dann, wie sie als Christen ihr Leben zur Ehre des Herrn führen können (2,11-4,6) und wie sie in der Gemeinde Gott wohlgefällig dienen können, wobei er besonders auch auf den Dienst der Ältesten eingeht (4,7-5,14). In seinem Brief weist er immer wieder auf den Herrn Jesus Christus und seinen Opfertod für uns hin und betont die Stellung der Gläubigen als Fremdlinge und Wanderer ohne Bürgerrecht hier auf Erden.

Der zweite Brief des Apostels Petrus

Einführung

Dieser Brief wurde von dem Apostel Petrus etwa 64-67 n. Chr., kurz vor seinem Tod geschrieben. Anlaß dieses Briefes ist offenkundig der Einfluß von Irrlehrern, die die Wiederkunft Jesu Christi als König und Richter auf Erden leugneten. Gegen ihren Spott über das fehlende Eintreffen der prophetischen Verheißungen bekräftigt Petrus die Gewißheit des inspirierten prophetischen Wortes von AT und NT (1,16-21; 3,1-12), wobei er die Autorität der Apostellehre und besonders der Briefe des Paulus als heilige Schriften unterstreicht. Viel Raum ist der ernsten Abrechnung mit den Irrlehrern in der Gemeinde gewidmet (Kap. 2). Dieses Zeugnis ergänzt und bestätigt die Aussagen der Paulusbriefe über die endzeitliche Verführung in der Gemeinde und wird später vom Judasbrief unter ausdrücklicher Bezugnahme auf den 2. Petrusbrief aufgegriffen und bekräftigt (Jud 4-14; 17-18). Der große Gerichtstag des Herrn über die Ungläubigen wird gipfeln in der Vernichtung der jetzigen Himmel und der Erde in Feuerflammen. Die Gläubigen dagegen sollen gottesfürchtig und heilig leben in Erwartung eines neuen Himmels und einer neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt (Kap. 3).

Der erste Brief des Apostels Johannes

Einführung

Der letzte überlebende Apostel Johannes schrieb diesen Brief ca. 90 n. Chr. vermutlich in Ephesus. Er steht in enger Beziehung zu dem von ihm verfaßten Evangelium. Der Brief sollte die Gläubigen am Ende der apostolischen Zeit vor aufkommenden Irrlehren (besonders gnostischer Art) und falschen Propheten warnen und ihnen die Unterscheidung von Echt und Falsch im Glaubensleben ermöglichen. Er ist eine prophetische Mahnung für die »letzte Stunde« und ruft die wahren Kinder Gottes auf, in einer Zeit des geistlichen Verfalls und der Verführung an der Wahrheit des Wortes Gottes, an echter Liebe und entschiedener Absonderung von der Welt festzuhalten. Er betont die Wichtigkeit eines Wandels im Licht, während die Irrlehren, die er bekämpft, praktizierte Sünde und Gesetzlosigkeit förderten. Jesus Christus wurde als der im Fleisch gekommene (menschgewordene) Sohn Gottes geleugnet; es gab falsche Propheten, durch die der Geist der Irreführung wirkte. Daher sollen die Gläubigen die Geister prüfen, ob sie von Gott stammen. Der ganze Brief ist durchzogen vom Zeugnis der großen Liebe des Vaters, der seinen Sohn für sündige Menschen gab, und dem Aufruf, diese Liebe mit ungeheuchelter Gegenliebe zu beantworten.

Der zweite Brief des Apostels Johannes

Einführung

Um ca. 90 n. Chr. wurde dieser Brief von dem Apostel Johannes offensichtlich an eine hochgestellte, verwitwete Christin gerichtet; nach manchen Auslegern ist eine Gemeinde angesprochen. Sein Thema ist die notwendige Wachsamkeit und Absonderung der wahren Gläubigen gegenüber den antichristlichen Verführungen, die in der Gemeinde wirksam sind.

Der dritte Brief des Apostels Johannes

Einführung

Dieser Brief (ca. 90 n. Chr. entstanden) wurde von dem Apostel Johannes offenkundig an einen Gläubigen geschrieben, der durch ihn zu Christus gefunden hatte und in dessen Gemeinde bereits verderbliche Einflüsse aufgetreten waren. Er zeigt das Wesen falscher Führer auf, die in der Gemeinde herrschen wollen (vgl. Apg 20,29-30), und ermutigt die Gläubigen, trotz verkehrter Entwicklungen am Tun des Guten und an der Wahrheit festzuhalten.

Der Brief des Judas

Einführung

Etwa 68 n. Chr. wurde dieser Brief von Judas, dem Bruder des Herrn Jesus (vgl. Mk 6,3) geschrieben. Er weist viele inhaltliche Bezüge zum 2. Petrusbrief auf, den er als wichtiges zweites Zeugnis ergänzt (vgl. 2Kor 13,1). Er warnt eindringlich vor der Gefahr verführerischer Irrlehren in der Gemeinde und kennzeichnet das Wesen der heimlich eingedrungenen betrügerischen Lehrer und Propheten als Werkzeuge der Bosheit, die für das Gericht Gottes aufbewahrt sind. Vor solchen Verführern sollen alle Gläubigen sich hüten und für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfen.

Die Offenbarung Jesu Christi durch Johannes

Einführung

Das Buch der Offenbarung wurde von dem Apostel Johannes etwa 94-96 n. Chr. auf der Insel Patmos geschrieben, auf die er unter Kaiser Domitian verbannt worden war. Dieses Buch bildet den krönenden Abschluß der göttlichen Offenbarungen der Heiligen Schrift. Es ist das Buch der Vollendung, so wie das 1. Buch Mose das Buch der Anfänge ist. In himmlischen Gesichten zeigt der Heilige Geist, wie Gott, der Allmächtige, durch Jesus Christus alle seine Ratschlüsse ausführt, alle seine Verheißungen und prophetischen Worte an das Volk Israel, an die Gemeinde und an die Heidenvölker erfüllt, das Zorngericht über die sündige Welt bringt und schließlich sein Heil vollendet in dem neuen Himmel und der neuen Erde. Zu Beginn wird uns Jesus Christus, der erhöhte und verherrlichte Sohn Gottes, in seiner richterlichen Vollmacht gezeigt (Kap. 1). Dann folgen prophetische Botschaften des erhöhten Christus an seine Gemeinde, dargestellt durch die sieben Gemeinden in Kleinasien (Kap. 2-3). Diese Botschaften decken das Abweichen der Gemeinde vom göttlichen Weg und ihren Verfall auf und ermahnen den treuen Überrest der Gläubigen, bei ihrem Herrn und seinem Wort zu bleiben. In Kap. 4-19 entfaltet sich in einer Reihe von Gesichten die Verwirklichung der endzeitlichen Gerichte und der Königsherrschaft Gottes. In ihnen wird auf zahlreiche at. Prophezeiungen Bezug genommen, ohne deren Kenntnis das Buch der Offenbarung unverständlich bleibt. Den Abschluß bildet das Endgericht über alle Menschen, die in ihren Sünden gestorben sind und wie der Satan und seine Engel zur ewigen Strafe in den Feuersee geworfen werden (Kap. 20). Für die Erlösten beginnt eine Zeit vollkommenen Friedens und unbeschreiblicher Herrlichkeit in dem neuen Jerusalem (Kap. 21). Am Schluß der Offenbarung (22,17) steht die ernste Ermahnung an jeden Leser, doch das Heil in Jesus Christus zu ergreifen, solange noch Gelegenheit ist. »Ja, ich komme bald! Amen. – Ja, komm, Herr Jesus (22,20).

Aus: „Die Bibel“: http://www.way2god.org/de/bibel 

Hör-Bibel Schlachter 2000: https://www.youtube.com/playlist?list=PLxHkdEXvO_4xOM8Vc18jt_7ru7lThVEUk

Hilfsmittel: translator, word search, dictionary, Hebrew lexicon, Biblegateway, Bibleserver, Biblia, AT/NTInterlinear, EnglGreekTR, NET Bible, Blueletter, NASB/ESV, Bibel-aktuell

Erstellt von Christof Bucherer, M.A., M.Div.
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Neue evangelische Übersetzung NeÜ - zum Vergleichen. Autor: Karl-Heinz Vanheiden.

Sie ist u.a. eine Online-Übersetzung. Auf seiner Homepage beschreibt der Übersetzer welche Beweggrnde ihn dazu gebracht

haben nicht den Textus Receptus zu benützen, wie die Schlachter 2000-Bibel (Er beschreibt die Stelle in Joh. 5,3-4, die nicht echt(siehe NeÜ) sein könne).
Für mich spricht die relative Unveränderlichkeit der TR-Text-Tradition. KHV spricht von ca. 1800 Unterschieden alleine zwischen NA und dem Byzantynischen Text.
Die modernen Bibeln, die man auf Bibleserver.com leicht vergleichen kann, dass mehr als 5500 Abweichungen zwischen NA28/UBS5 und TR-Text existieren!

Die Schlachter 2000-Bibel ist die einzige moderne Bibel in deutscher Sprache, die den

Textus Receptus verwendet (links sieht man NA, rechts TR).

Hier sieht man wie über Jahrhunderte der Text gleich blieb.


Bibel-Kommentare, mein Sammelsurium an Studien-Links

Für die wissenschaftliche Variante der Bibel-Geschichte siehe:

www.bibelwissenschaft.de/bibelkunde.de




nach Schlachter 2000

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